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Comdirect: Kundenvermögen von Störung unberührt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 20.07.2016

Die Störung gilt inzwischen als Datenschutz-GAU: Zahlreiche Comdirect-Kunden konnten kürzlich beim Onlinebanking statt auf ihr eigenes Konto auf die Konten anderer Kunden der Bank zugreifen. Das Institut hat nun erklärt, dass während der Panne keine unberechtigten Geldtransfers ausgeführt werden konnten. Die Chancen der Betroffenen auf Schadenersatz stehen schlecht.

Nach der schwerwiegenden Störung beim Onlinebanking von Comdirect hat die Bank nun die betroffenen Kunden über den Vorfall informiert. In dem Schreiben an die mehreren Tausend Kontoinhaber, deren Onlinebanking-Accounts von anderen Comdirect-Kunden eingesehen werden konnten, erklärte die Bank, die zuständigen Behörden über die Panne informiert zu haben. Die Störung hätte keinen Einfluss gehabt auf die Einlagen auf den betroffenen Konten.

Comdirect: Kundenvermögen während der Störung im Onlinebanking unveränderbar

„Selbstverständlich haben wir umgehend die zuständigen Aufsichtsbehörden, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sowie das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein, über den Vorgang in Kenntnis gesetzt“, heißt es in dem Schreiben der Bank. Den von der Störung Betroffenen wurde zugesichert, dass bei einem unbefugten Zugriff auf den Onlinebanking-Account „kein Geld auf ein Konto eines Dritten überwiesen oder Wertpapiere gehandelt“ werden konnten. Für derartige Onlinebanking-Transaktionen ist eine TAN erforderlich, auf den Dritte auch während der Störung keinen Zugriff hatten. Laut Informationen der „Wirtschaftswoche“ sollen lediglich Umbuchungen zwischen eigenen Konten möglich gewesen sein, beispielsweise vom Girokonto auf das Tagesgeldkonto, das Depot und auf Prepaid-Kreditkarten.

Auch die Zugangsdaten der Betroffenen hätten während der Störung weder eingesehen noch verändert werden können. Die Bank bleibt jedoch eine Erklärung darüber schuldig, wie viele fremde Nutzer Zugriff auf die Accounts der Betroffenen hatten, oder ob Kontoauszüge und andere Dokumente aus dem Onlinebanking-Postfach von Unbefugten angesehen oder sogar heruntergeladen wurden.

Gravierende Datenschutzverletzung allein legitimiert keinen Schadenersatz

Die Störung wird von Branchenkennern als eine der schlimmsten Bankenpannen überhaupt bewertet: „Die Panne ist hochnotpeinlich“, sagt Frank-Christian Pauli, Finanzexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband, dem „Handelsblatt“. Rechtlich sei die Lage für die Betroffenen allerdings eindeutig. Sollten entgegen der Aussage von Comdirect doch unberechtigt Überweisungen von Girokonten vorgenommen worden sein, müsse die Bank dafür haften. Aufgrund der Verletzung des Datenschutzes Forderungen an die Bank zu stellen, dürfte für die Betroffenen hingegen kaum möglich sein.

Zwar bestünden aufgrund der Störung prinzipiell Schadenersatzansprüche, schließlich sei das Bankgeheimnis verletzt worden, sagt der Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Dietmar Kälberer in der „Wirtschaftswoche“. Allerdings müsse Klägern in Deutschland dafür ein finanzieller Schaden entstanden sein. Und der Zugriff Fremder auf das eigene Onlinebanking-Konto allein sei zwar unangenehm, ließe sich jedoch schwer als monetärer Schaden beziffern, so der Anlegeranwalt. Sollten jedoch durch die Störung verursachte Folgekosten anfallen, beispielsweise im Zuge einer Kündigung, können Betroffene diese von der Bank zurückfordern.

Quellen: Handelsblatt, Wirtschaftswoche

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