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Deutliche Unterschiede bei Höhe der Dispozinsen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 17.08.2016

Mit mehr als 34 Milliarden Euro sind die Bundesbürger insgesamt mit ihren Girokonten im Minus. Die Nachricht, dass die Dispozinsen im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken sind, dürfte also begeistert aufgenommen werden. In vielen Fällen handelt es sich jedoch um eine rein kosmetische Maßnahme, da dafür höhere Kontoführungsgebühren anfallen.

Auf die Dispozinsen für das Girokonto hatte das anhaltende Zinstief bislang kaum Auswirkungen. Jetzt konnte Stiftung Warentest zwar einen leichten Rückgang der Dispozinsen um 0,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr feststellen. Dennoch bleibt es nach wie vor kostspielig, das Konto in die roten Zahlen rutschen zu lassen – Stiftung Warentest zufolge fallen für die Disponutzung im Schnitt immer noch 9,91 Prozent Zinsen an. Zum Vergleich: Kleinere Ratenkredite sind aktuell teilweise für weniger als drei Prozent Zinsen zu haben.

Deutliche Unterschiede bei der Höhe der Dispozinsen

Die Verbraucherorganisation hat in der aktuellen Ausgabe ihres Magazins „Finanztest“ die Dispozinsen von 1.433 Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken unter die Lupe genommen. Dabei stellten die Warentester teilweise erhebliche Unterschiede zwischen den Instituten fest. So lag der höchste Dispozins im Vergleich bei der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost mit 13,75 Prozent. Der niedrigste Dispozins lag beinahe 10 Prozent darunter: Bei der Deutschen Skatbank zahlen Kunden für das sogenannte Trumpfkonto nur 4,24 Prozent, wenn sie in die roten Zahlen rutschen. Grundsätzlich fallen die Dispozinsen bei Direktbanken wie der Skatbank vergleichsweise niedrig aus, während sie bei regionalen Instituten häufig überdurchschnittlich hoch sind.

Es gibt allerdings auch einzelne Genossenschaftsbanken und Sparkassen, die außergewöhnlich niedrige Zinssätze anbieten. Die großen überregionalen Geldhäuser belegen mit ihren Dispozinsen in den meisten Fällen das Mittelfeld zwischen den günstigen Direktbanken und den teuren regionalen Instituten.

Hohe Kontoführungsgebühren als Preis für niedrige Dispozinsen

Nicht selten werden niedrige Dispozinsen allerdings durch höhere Kontoführungsgebühren wieder wettgemacht. „Finanztest“ zufolge ist bereits seit einigen Jahren ein Trend zu verschiedenen Kontomodellen bei den einzelnen Banken zu beobachten. Neben dem Standard-Girokonto boten mehr als 200 der untersuchten Banken spezielle Premium-Konten an. Bei diesen Konten fallen die Dispozinsen in der Regel niedriger aus als beim Standard-Konto des jeweiligen Geldhauses, zudem sind bestimmte Zusatzleistungen, beispielsweise eine goldene Kreditkarte enthalten. Dafür werden allerdings deutlich höhere Kontoführungsgebühren aufgerufen als beim herkömmlichen Konto. Es empfiehlt sich daher, vor einem Kontowechsel genau nachzurechnen. Stiftung Warentest zufolge würden auch Bankkunden, die ihren Dispo häufig nutzen, aufgrund der höheren Kontoführungsgebühren bei Premium-Modellen letztendlich häufig draufzahlen.

Quelle: Stiftung Warentest

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