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Deutsche Bahn verzichtet auf Preiserhöhung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.09.2015

Die Deutsche Bahn verzichtet überraschend auf eine Preiserhöhung zum Fahrplanwechsel im Dezember. Trotz gestiegener Kosten und Einbußen durch den Lokführerstreik werden zumindest die Preise im Fernverkehr nicht steigen. Dieser Verzicht erfolgt auch auf Druck der Bundesregierung und soll den Kundeneinbußen entgegenwirken.

Obwohl Reisende schon an die jedes Jahr zum Fahrplanwechsel steigenden Preise der Deutschen Bahn gewöhnt sind, bleibt die Preiserhöhung in diesem Jahr aus. Zumindest im Fernverkehr sollen die Preise in beiden Klassen stabil bleiben. Bahnchef Rüdiger Grube begründet diese Entscheidung mit dem Wunsch nach höherer Kundenzufriedenheit: „Wir setzen unsere angekündigte Kundenoffensive Schritt für Schritt um.“

Bundesregierung spricht sich gegen Preiserhöhung aus

Laut Informationen der „Welt“ geht die Entscheidung auch auf Druck seitens der Bundesregierung zurück, die sich im Aufsichtsrat massiv gegen eine Preiserhöhung ausgesprochen hatte. Angesichts der mangelnden Kundenzufriedenheit - unter anderem aufgrund schlechter Pünktlichkeitswerte – sei eine Preiserhöhung nicht gerechtfertigt und würde einen weiteren Rückgang der Fahrgastzahlen nach sich ziehen. Das möchte der Transportkonzern vermeiden, da diese ohnehin hinter seinen Zielvorgaben zurückbleiben. Jeder Prozentpunkt, um den die Preise erhöht werden, zieht laut Berechnungen einen Fahrgastrückgang von ebenfalls einem Prozent nach sich.

Finanzielle Einbußen und Konkurrenzdruck

Gründe für eine Preiserhöhung gäbe es allerdings: Durch den Tarifstreit mit der GDL hat die Bahn nicht nur Ausfälle und Einbußen hinnehmen müssen, sondern muss nun auch vor höhere Lohnzahlungen an die Beschäftigten leisten. Zusätzlich erhöhen sich die Kosten durch die gestiegene Umlage für Ökostrom, den die Deutsche Bahn einsetzt.

Auf der anderen Seite hat die Bahn aber auch immer mehr mit den günstigen Preisen der Konkurrenz zu kämpfen: Fernbus-Unternehmen bauen ihr Netz weiter aus und werben mit ihren günstigen Fahrpreisen der Bahn ihre Kunden ab. Im laufenden Jahr liegen die Einbußen dadurch bereits bei 60 Millionen Euro. Billigflieger bieten ebenfalls günstige Preise und außerdem noch kürzere Reisezeiten an. Und durch den GDL-Streik sind viele Menschen auf das Auto umgestiegen, was sie aufgrund der moderaten Spritpreise auch beibehalten. Eine Preiserhöhung hätte in diesem Jahr also besonders weitreichende Folgen gehabt.

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