Unabhängige Finanz- und Versicherungsvergleiche

Kritik: Kostenlose Konten der Deutschen Bundesbank

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.04.2013

Die Deutsche Bundesbank beschäftigt die Finanzwächter des Landes, die ihren kommerziellen Kollegen auf die Finger schauen. Sie selbst steht jedoch nicht unter Aufsicht – und ist nun in die Kritik geraten. So verursacht die Deutsche Bundesbank hohe Kosten durch kostenlose Konten für Mitarbeiter und ähnliche Extras.

Bei der Deutschen Bundesbank kann nicht jeder Kunde werden: Neben Banken, Geldtransporteuren und karitativen Einrichtungen ist dieses Privileg aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern vorbehalten. Für ihre kostenlosen Konten erhalten diese laut "Handelsblatt" eine Guthabenverzinsung von 0,55 Prozent. Außerdem ist das Online-Banking für ihr Girokonto gebührenfrei.

Vorteile auch bei Wertpapierdepots

Kostenlose Konten sind jedoch nicht der einzige Vorteil, den Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank verzeichnen. Auch ihre Wertpapierdepots gehen mit sehr günstigen Konditionen einher: Wollen sie etwa ihre Aktien oder Anleihen umtauschen, fällt dies unter "Sonderleistungen", für welche die Zentralbank keine Gebühren erhebt.

Keine Überwachung der Deutschen Bundesbank

"Die hausinterne Konto- und Depotführung ist eine bankenübliche Personaldienstleistung", zitiert das "Handelsblatt" die Deutsche Bundesbank. Einen Unterschied zu anderen Kreditinstituten gibt es jedoch: Da die Zentralbank nicht der Überwachung laut Kreditwesengeschäft unterliegt, wird auch das Kontogeschäft nicht überwacht.

Hohe Kosten in der Kritik

Große Kritik gab es an der finanziellen Belastung durch die Extras wie kostenlose Konten. Die Deutsche Bundesbank beziffert ihre Service-Kosten mit "unter sieben Millionen Euro". "Das Kernaufgabengebiet der Bundesbank ist die Geldpolitik und nicht die Führung privater Konten", mahnt FDP-Abgeordneter Volker Wissing.

Reaktion der Deutschen Bundesbank

Die Deutsche Bundesbank hingegen gibt zu bedenken, dass größere Einsparungen nicht möglich seien, da sie ihren Service ohnehin für andere Kunden wie kleinere öffentliche Kassen aufrechterhalten müsse. An anderer Stelle hat die Deutsche Bundesbank jedoch bereits reagiert: Nachdem Kritik an den überdurchschnittlich günstigen Mitarbeiterdarlehen für Vorstände laut geworden war, müssen diese einem Bericht der "Welt" zufolge nun den marktüblichen Zinssatz zahlen.

Aktuelle Finanznews

Offenlegungspflicht für Steuersparmodelle geplant
Offenlegungspflicht für Steuersparmodelle geplant
Komplexe Steuersparmodelle helfen vor allem Vermögenden, mehr von ihrem Geld zu behalten. Wie im Fall der Panama Papers erkennen die Regierungen solche Steuervermeidungsstrategien erst spät. Dagegen soll...
Teure Basiskonten: Verbraucherzentrale mahnt ab
Teure Basiskonten: Verbraucherzentrale mahnt ab
Basiskonten sollen insbesondere Obdachlosen und Flüchtlingen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtern und für eine bessere Integration sorgen. Inzwischen sind Banken und Sparkassen verpflichtet,...
Mehr Baudarlehen von Lebensversicherern
Mehr Baudarlehen von Lebensversicherern
Die Lebensversicherer in Deutschland haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Baudarlehen vergeben. . Die Zuwächse lagen bei ihnen deutlich über denen des Gesamtmarkts. Ein möglicher Grund ist, dass sich...

FinanceScout24 Newsletter

Jetzt anmelden und 100 € Amazon Gutschein gewinnen