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Deutsche finanzieren Wohneigentum öfter auf Pump

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.03.2016

1,23 Billionen Euro – das ist die Gesamtsumme der 2015 an private Haushalte in Deutschland vergebenen Baukredite. Seit Ausbruch der Finanzkrise war das Baukreditvolumen nicht mehr so hoch. Hintergrund sind wohl vor allem die anhaltenden Niedrigzinsen, welche die Deutschen nun offenbar doch zur Verwirklichung ihres Traums von den eigenen vier Wänden nutzen. Damit steigt allerdings auch das Risiko einer Immobilienblase.

Die Deutschen nutzen die anhalten Niedrigzinsen offenbar verstärkt zur Finanzierung von Wohneigentum. Das Volumen von vergebenen Immobilienkrediten ist im vergangenen Jahr mit insgesamt 1,23 Billionen Euro auf den höchsten Stand seit Ausbruch der Finanzkrise gewachsen, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) mit Bezug auf Daten der Bundesbank berichtet.

Niedrigzinsen kurbeln Kreditnachfrage an

Besonders deutlich stieg die Nachfrage nach Immobilienkrediten im Sommer 2015. „In den Sommermonaten 2015 sanken die Hypothekenzinsen deutlich unter zwei Prozent – und gleichzeitig zog zum ersten Mal im laufenden Hauspreiszyklus die Kreditvergabe rasant an“, heißt es im aktuellen Immobilien-Research der Deutschen Bank. In mehreren Monaten sei das Neugeschäft mit fast 50 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten gewachsen.

Angesichts der Niedrigzinsen ist der Anstieg nachvollziehbar, viele hat er dennoch überrascht. Denn zuvor hatte es lange den Anschein, als würden die Bundesbürger zwar über die niedrigen Zinsen auf Spareinlagen wie bei Festgeld klagen und in der Konsequenz nicht mehr sparen, sondern ihr Vermögen stattdessen in Wohneigentum und Sanierungen stecken. Bei der Fremdfinanzierung von Eigenheimen blieben deutsche Verbraucher trotz Niedrigzinsen jedoch lange Zeit weiterhin vorsichtig.

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Größeres Risiko einer Immobilienblase durch mehr kreditfinanziertes Wohneigentum

Angesichts des extremen Anstiegs kreditfinanzierten Wohneigentums drängt sich erneut die Frage auf, ob Deutschland eine Immobilienblase droht, ähnlich wie es sie in den USA vor Ausbruch der Finanzkrise gab. Ende vergangenen Jahres hatten viele Experten dies noch für unwahrscheinlich gehalten, da die Deutschen beim kreditfinanzierten Immobilienkauf durchaus umsichtig vorgingen und ihre Baufinanzierungen schnell tilgten. Doch das neue Rekordhoch bei der Vergabe von Baukrediten erhöht das Risiko. So kommt die Deutsche Bank laut „FAZ“ zu dem Schluss, dass die Normalisierung am deutschen Immobilienmarkt bald abgeschossen sei und die Wahrscheinlichkeit einer Überbewertung steige.

Größte Zuwachsrate seit Ausbruch der Finanzkrise

Den Auswertungen der Bundesbank zufolge ist das Volumen der Baukredite an Privathaushalte über das gesamte Jahr 2015 um 3,5 Prozent gestiegen. Auch wenn die Zahl für sich genommen nicht dramatisch hoch erscheinen mag, markiert sie doch den größten Zuwachs seit Ausbruch der Finanzkrise. Nachdem das Volumen von Krediten zur Finanzierung von Wohneigentum von 2007 auf 2008 rückläufig war, wurden seither jährlich Zuwächsen von 0,6 bis 2,4 Prozent verzeichnet.

Zwischen 2009 und 2011 gab es teilweise auch einzelne Quartale mit rückläufigem Kreditvolumen. Während die Hypothekenzinsen 2015 um mehr als einen halben Prozentpunkt gesunken sind, stiegen die Wohnungspreise in den 126 wichtigsten deutschen Städten in dieser Zeit um sechs Prozent an.

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