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Deutsche horten Milliarden an Bargeld in D-Mark

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.07.2016

Die Zahl ist fast nicht zu glauben, aber nach Angaben der Bundesbank waren Ende Juni 2016 immer noch D-Mark-Scheine und -Münzen im Wert von 12,8 Milliarden im Umlauf. Doch das viele Bargeld der alten Währung ist längst nicht nur unter dem Sofa zu finden. Besonders der 10-Mark-Schein ist wohl ein beliebtes Sammlerobjekt.

Dass die Deutschen sehr am Bargeld hängen, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Und diese Vorliebe für Scheinen und Münzen beschränkt sich offenbar nicht nur auf den Euro. Viele Deutsche scheinen auch an der guten alte D-Mark nach wie vor sehr zu hängen: Obwohl das Geld seit nunmehr über 14 Jahren nicht mehr die offizielle Währung der Bundesrepublik ist, werden laut aktuellen Berechnungen der Bundesbank hierzulande immer noch rund 12,8 Milliarden Deutsche Mark gehortet und nicht umgetauscht. Das entspricht einem aktuellen Wert von immerhin 6,53 Milliarden Euro. Das viele Bargeld ist sowohl in Form von D-Mark-Scheinen als auch D-Mark-Münzen noch „im Umlauf“ und soll laut Einschätzung der Geldexperten der Bundesbank vor allem aus nostalgischen Gründen aufbewahrt oder bei Sammlern gehortet werden.

Jährlich wird altes Bargeld im Wert von 100 Millionen Mark umgetauscht

Die geschätzt 167,3 Millionen D-Mark-Scheine und 23,5 Milliarden Münzen, die bei der Notenbank bisher noch nicht abgegeben wurden, befindet sich natürlich nicht nur verstaubten Kellern, in Vergessenheit geratenen Geldverstecken oder unter den Sofas der Nation. Vieles sei schlichtweg auch einfach zerstört worden oder verloren gegangen, so die Vermutung der Bundesbank. Vor allem Münzgeld dürfte vielfach in den Portemonnaies ausländischer Touristen außer Landes transportiert worden sein.

Die Bestände der ehemaligen Währung werden in Deutschland zwar nur sehr langsam abgebaut. Im Schnitt werden dennoch kontinuierlich pro Jahr alte Scheine und Münzen im Wert von 100 Millionen D-Mark umgetauscht, teilt die Bundesbank weiter mit. 2010 etwa lagen die Altbestände noch bei 13,45 Milliarden Mark. Dies sieht die Bundesbank als Indiz dafür, dass die Sammelleidenschaft für D-Mark-Scheine und –Münzen wenig mit den Ansätzen bezüglich einer möglichen Abschaffung des Bargelds zu tun hat. „Dieser kontinuierliche Rückfluss zeigt, dass sich die aktuellen Diskussionen nicht auf das Umtauschverhalten der Bürger ausgewirkt haben“, so Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.

Statistisch besitzt fast jeder Bundesbürger noch einen 10-D-Mark-Schein

Dass es sich bei dem gehorteten Bargeld oft um private Kleinbestände handelt, lässt die hohe Zahl an nicht abgegebenen 10-D-Mark-Scheinen erkennen – ganze 72 Millionen Stück sind hier noch nicht umgetauscht worden. Damit hat rechnerisch fast jeder Bundesbürger noch einen alten Zehner in der Schublade.

Quellen: Spiegel Online/dpa

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