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Deutsche lassen ihr Geld auf der Bank verstauben

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 14.10.2014

Obwohl mit Sparen angesichts der aktuellen Zinssätze kaum Rendite zu holen ist, tragen die Deutschen mehr Geld als je zuvor zur Bank. Viele von ihnen belassen es dabei aus einem scheinbaren Mangel an Alternativen einfach auf dem Girokonto. Eine Personengruppe hat das Sparen allerdings zu großen Teilen aufgegeben.

Trotz historisch niedriger Zinsen haben die Bundesbürger mehr Geld auf der Bank als jemals zuvor. Nach Information der Europäischen Zentralbank (EZB) horten die Deutschen insgesamt fast zwei Milliarden Euro auf Girokonten, Sparbüchern und Tagesgeldkonten, berichtet die „Welt“. Pro Kopf ergibt sich daraus ein durchschnittliches Sparguthaben von 24.000 Euro, 2008 waren es lediglich 18.000 Euro.

Niedrige Zinsen schrecken nicht vom Sparen ab

Eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag der Postbank bestätigt, dass die niedrigen Zinsen wenig Auswirkung auf das Spar- und Konsumverhalten der Deutschen haben. 62,9 Prozent gaben an, ihr Ausgabeverhalten in den vergangenen zwölf Monaten nicht geändert zu haben. Allerdings haben immerhin 16,3 Prozent der Befragten das Sparen aufgegeben. Besonders ausgeprägt ist die Abneigung in Single-Haushalten. Hier verzichtet über ein Fünftel auf das Sparen.

Geld wird vor allem auf Girokonten geparkt

Bemerkenswert ist, dass mehr als die Hälfte der Befragten ihre Ersparnisse auf dem Girokonto lagert, also einem Finanzprodukt, das in den meisten Fällen keinerlei Zinsen bringt. Dies könnte als Indiz dafür gewertet werden, dass viele Verbraucher derzeit keine geeignete Anlagemöglichkeit für ihr Geld sehen. Das insbesondere bei sicherheitsorientierten Anlegern vormals beliebte Tagesgeldkonto wird mit einem aktuellen Durchschnittszins von 0,45 Prozent immer unattraktiver. Die maximal mögliche Verzinsung fällt bei dieser Anlageform zwar deutlich höher aus, um das Optimum herauszuholen, ist allerdings ein gezielter Tagesgeldvergleich notwendig.

Interesse an Aktien und Fonds nimmt zu

So scheint es nur konsequent, dass das Interesse an Aktien und Fonds im laufenden Jahr deutlich gestiegen ist. 25 Prozent der Befragten haben der Postbank-Studie zufolge aktuell Ersparnisse in Börsenwerte investiert, dies bedeutet einen Zuwachs von acht Prozent zum Vorjahr. Sparer, denen börsenbasierte Anlageformen bislang zu riskant waren, bleibt kaum eine Alternative, wenn sie mit Ihren Ersparnissen Rendite erzielen möchten. Für diese Personengruppe bieten sich vor allem einfach zu handhabende, relativ risikoarme Anlageprodukte wie passiv gemanagte Depots an.

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