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Deutsche verstehen viele Finanzprodukte nicht

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.03.2016

Eine aktuelle Umfrage bestätigt erneut, dass sich die Deutschen zu wenig um ihre Finanzen kümmern. Grund ist in vielen Fällen, dass ihnen Finanzprodukte zu kompliziert sind. Dies könnte im Alter fatale Folgen haben. Denn statt effizienten Vermögensaufbau zu betreiben, verlässt sich ein Großteil der deutschen Bevölkerung immer noch einzig und allein auf die gesetzliche Rente.

Um das Wissen der Deutschen über Finanzprodukte ist es schlecht bestellt. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) mit Bezug auf eine repräsentative Umfrage des Hamburger Beratungsunternehmens NFS Netfonds Financial Services berichtet, kümmern sich zwei Drittel der Bundesbürger nicht ausreichend um Ihre Finanzen.

Zwei Drittel verlassen sich allein auf die gesetzliche Rente

Fatale Auswirkungen könnte dieses mangelnde Interesse an Finanzprodukten vor allem auf die finanzielle Situation im Alter haben. Bereits jetzt steigt das Risiko von Altersarmut stetig an. Dennoch denken mit 67 Prozent mehr als zwei Drittel der Befragten, dass die gesetzliche Rente für ihr Leben im Ruhestand ausreichen sollte und sie keine private Altersvorsorge betreiben müssen. Dass sich der gewohnte Lebensstandard im Alter mit der gesetzlichen Rente allein kaum halten lässt, scheint einem Großteil der Deutschen nicht bewusst zu sein. Oder aber die Schwelle, sich mit der Suche nach geeigneten Finanzprodukten zur Vorsorge auseinanderzusetzen, ist zu hoch.

Deutsche setzen noch immer auf unrentable Finanzprodukte

Das mangelnde Wissen über Finanzprodukte führt dazu, dass ein Großteil des Einkommens vieler Bundesbürger in Niedrigzinsprodukten angelegt ist. Fast zwei Drittel der Befragten lagern ihr Geld auf Spar- oder Tagesgeldkonten. Damit würden die Deutschen es letztlich versäumen, überhaupt Vermögen aufzubauen, erklärt Christian Hammer, Geschäftsführer von NFS Netfonds, in der „FAZ“. Denn im Schnitt liegen die Zinsen für Tagesgeld nach einer Erhebung der FMH-Finanzberatung bei 0,33 Prozent, für Spareinlagen sind es durchschnittlich nur 0,06 Prozent – also in beiden Fällen Renditen, die teilweise von der Inflation aufgehoben werden. Im Januar 2016 lag die Inflationsrate in Deutschland mit 0,4 Prozent über dem Renditeschnitt dieser Finanzprodukte.

Finanzberatung trotz Unwissenheit vielfach keine Option

Grund für das Festhalten an diesen in Niedrigzinsphasen wenig rentablen Anlageformen dürfte Unwissenheit sein. Mit 60 Prozent gab ein Großteil der Befragten an, die meisten Finanzprodukte nicht zu verstehen. 68 Prozent der Bundesbürger meinen, dass viele Finanzprodukte so kompliziert seien, dass sie nach einem Abschluss nicht mehr ruhig schlafen könnten – während die Höhe der gesetzlichen Rente offenbar den wenigsten den Schlaf raubt. Konsequenzen aus ihrer Unwissenheit zu ziehen und die Dienste eines Finanzberaters in Anspruch zu nehmen, kommt für 41 Prozent der Deutschen allerdings nicht infrage. Ihrer Einschätzung nach ist eine solche Dienstleistung nur für Besserverdiener von Bedeutung. Rund drei Viertel der Befragten fürchten zudem versteckte Kosten bei einer unabhängigen Beratung.

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