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Deutsche Wirtschaft schwach wie lange nicht mehr

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.10.2014

Wie aktuelle Erhebungen zeigen hat die deutsche Wirtschaft im August ein außergewöhnlich großes Minus verzeichnet. Ökonomen sehen die Zukunft der deutschen Wirtschaft bis zum Jahresende düster und erwarten eine Eintrübung der Konjunktur. Die Bundesregierung begründet den Produktionsrückgang auch mit den späten Ferien. Anleger benötigen derzeit einen langen Atem für den Rest des Jahres.

Die deutsche Wirtschaft ist so schwach wie seit fünf Jahren nicht mehr. Heimische Unternehmen aus Industrie und Baubranche sowie Energie-Erzeuger haben ihre Produktion im August im Vergleich zum Vormonat um vier Prozent herunterfahren müssen. Dies teilte das Bundeswirtschaftsministerium nach Information der „Süddeutschen“ mit.

„Ferientageeffekt“ als Erklärung für schwache deutsche Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft verzeichnet somit den größten Produktionsrückgang seit Anfang 2009. Der Wert von 4 Prozent übertrifft die pessimistischen Erwartungen von Experten deutlich. Sie waren von einem Minus von 1,5 Prozent ausgegangen waren. Das Bundeswirtschaftsministerium räumt derweil zwar ein, dass die Industriekonjunktur derzeit eine Schwächephase durchlaufe, hält den aktuellen Rückgang allerdings für „durch Ferientageeffekte überzeichnet.“ Dennoch erwarte man für das gesamte letzte Quartal eine schwache Produktion.

Ökonomen hingegen sehen die Situation kritischer und erwarten eine weitere Eintrübung der Gesamtstimmung. Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus hält zudem die Erklärung des Wirtschaftsministeriums für beschönigend: „Die Industrieaufträge waren schon nicht so toll. Die Produktionszahlen sind noch etwas ernüchternder. Die späten Sommerferien erklären nicht alles. Der August war auch ohne diesen Effekt ein schwacher Monat.“

Starker Auftragsrückgang schwächt Konjunktur

Dies bestätigen die Zahlen, die das Statistische Bundesamt schon einen Tag zuvor veröffentlicht hatte. Demnach hatte die deutsche Industrie im August einen Auftragsrückgang von 5,7 Prozent zu verzeichnen. Auch das Auftragsvolumen erreicht damit den niedrigsten Wert seit Anfang 2009. Die Börse reagierte prompt mit einem Rückgang des Dax.

Anleger mit Dax-Titeln sollten also für den Rest des Jahres einen langen Atem haben. Für Neuanleger können die zu erwartenden Kurseinbrüche allerdings ein guter Zeitpunkt für den Einstieg in börsenbasierte Anlageformen, beispielsweise mit einem Depot, sein. Dies sollte möglichst breit gestreut sein und sich nicht ausschließlich an deutschen Titeln orientieren, um das Verlustrisiko möglichst gering zu halten.

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