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Deutsche zahlen immer noch am liebsten mit Bargeld

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.05.2015

Bargeldloses Bezahlen gilt als bequem und liegt daher in vielen Ländern im Trend. Die Deutschen halten allerdings lieber dem Bargeld die Treue. Auch neue, komfortable Technologien können die Bundesbürger offenbar nicht dazu bringen, häufiger Bank- oder Kreditkarte zu zücken. Große Hoffnungen werden nun in Apple Pay gesetzt.

Die Deutschen sind Traditionalisten – auch wenn es um das Bezahlen geht. Trotz neuer Techniken zahlen die Bundesbürger ihre Einkäufe nach wie vor am liebsten mit Bargeld. Dies geht aus einer aktuellen Studie des EHI Retail Institute (EHI) hervor, die auf den Umsätzen von 522 Einzelhandelsunternehmen basiert.

Mehr als die Hälfte aller Einkäufe wird mit Bargeld bezahlt

Trotz hartnäckiger Bemühungen seitens Banken, Kreditkarten- und Mobile-Payment-Anbietern wurden 2014 53,3 Prozent aller Ausgaben im deutschen Einzelhandel mit Bargeld bezahlt. Dies markiert lediglich einen geringfügigen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, als der Wert bei 54,4 Prozent lag. Im gleichen Umfang stieg der Anteil der Kartenzahlungen: von 42,6 Prozent im Jahr 2013 auf 43,7 Prozent. Erstaunlich ist, dass die in diesem Wert enthaltenen Zahlungen mit Kreditkarten sogar leicht rückläufig sind. Der Einsatz der Bankkarte für das Girokonto hat hingegen leicht zugelegt.

Bemerkenswert ist die geringe Zunahme des bargeldlosen Bezahlens vor allem angesichts der Tatsache, dass in anderen europäischen Ländern bereits jetzt deutlich seltener mit Bargeld gezahlt wird – dennoch gibt es dort deutlich höhere Zuwächse bei Kartenzahlungen. Ein leichtes Umdenken bei deutschen Verbrauchern ist jedoch erkennbar: „Auch kleinere Zahlungen werden zunehmend per Karte beglichen“, sagte Horst Rüter, Leiter des Forschungsbereichs Zahlungssysteme beim EHI, der „Welt“.

Vereinfachungen beim bargeldlosen Bezahlen werden kaum angenommen

Verschiedene Anbieter hatten in jüngster Zeit einiges daran gesetzt, das bargeldlose Zahlen zu vereinfachen. Viele Geldinstitute haben ihre Bankkarten bereits mit sogenannten NFC-Chips ausgestattet. Diese Funk-Chips ermöglichen bargeldloses Bezahlen von Beträgen bis zu 20 Euro ohne PIN-Eingabe oder Unterschrift – die Bankkarte muss einfach nur an ein entsprechendes Terminal gehalten werden. Anbieter erhofften sich durch diese Technologie, die auch in Kreditkarten und beim Mobile Payment mit dem Handy zum Einsatz kommt, kürzere Warteschlangen an den Kassen. Bislang wird das Angebot in Deutschland jedoch kaum angenommen.

Branche hofft auf neue Impulse durch Apple Pay

„Es benötigt zusätzliche Anreize für die Kunden, ihr Zahlungsverhalten zu ändern“, erklärt Oliver Hommel, Zahlungsverkehrsexperte bei der Unternehmensberatung Accenture, gegenüber der „Welt“. Große Hoffnungen werden in das mobile Zahlungssystem des Technologiekonzerns Apple gesetzt. In den USA wurde das sogenannte „Apple Pay“ bereits im vergangen Jahr eingeführt. Wann es in Deutschland verfügbar sein wird, ist allerdings noch völlig unklar. Experten trauen dem Konzern jedoch eine ausreichend große Marktmacht zu, um seine Kunden zu einer Verhaltensänderung zu bewegen.

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