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Die Zukunft des Zahlungsverkehrs: Instant Payments

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 06.08.2016

Im bargeldlosen Zahlungsverkehr ist Warten ein fester Bestandteil – sowohl bei Abbuchungen als auch bei Zahlungseingängen. Das soll sich jedoch in naher Zukunft ändern. Mit Instant Payments sollen Geldtransfers in Echtzeit durchgeführt werden. Ohne Frage eine zeitgemäße Entwicklung, doch werden solche Sofortzahlungen wirklich benötigt?

Ein Klick und nur Sekunden später ist das Geld auf dem Girokonto des Zahlungsempfängers eingegangen – auch nachts und am Wochenende. So soll der Zahlungsverkehr der Zukunft mit Instant Payments aussehen. Nach der Umstellung auf SEPA-Zahlungen forciert die Europäische Zentralbank (EZB) nun Instant Payments als logischen nächsten Schritt bei der Modernisierung des Zahlungsverkehrs.

Zahlungsverkehr in Messenger-Geschwindigkeit

Es sei in „Zeiten von allgegenwärtiger Echtzeit-Kommunikation Organisationen und Privatpersonen nur schwer zu erklären, warum Banking nicht auch innerhalb von Sekunden funktioniert“, heißt es in einer jüngst veröffentlichen Untersuchung des Forschungsinstituts ibi research der Universität Regensburg. Die Befragung zeigt, wie Instant Payments den Zahlungsverkehr in der Zukunft verändern könnten. Echtzeit-Zahlungen könnten letztlich allen Beteiligten immense Vorteile bieten, so das Fazit der Forscher.

Verbraucher weitgehend zufrieden mit Geschwindigkeit gängiger Zahlungsverfahren

Dabei scheint der Bedarf der Verbraucher an Instant Payments aktuell nicht besonders groß zu sein. Mit insgesamt 96 Prozent findet die überwältigende Mehrheit ein Zahlungsverfahren in Echtzeit zwar nützlich, einen dringenden Bedarf gibt es allerdings nicht. Nur 17 Prozent gaben an, sie hätten Zahlungen per Instant Payment in der Vergangenheit oft bis sehr oft benötigt.

Im Großen und Ganzen sind private Bankkunden nämlich mit der Geschwindigkeit der derzeit gängigen Zahlungsverfahren wie Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen zufrieden. Wenn Zahlungen zeitnah ausgeführt werden müssen, greifen 54 Prozent auf alternative Methoden, zum Beispiel Online-Bezahldienste wie Paypal, oder auf Eil-Überweisungen zurück.

Allerdings sehen Privatpersonen vor allem bei Käufen im Internet, sowohl von privaten Verkäufen, beispielsweise über eBay, als auch bei Händlern eine sinnvolle Einsatzmöglichkeit für Instant Payments. Eine Zahlung in Echtzeit kann die Abwicklung solcher Geschäfte deutlich beschleunigen, sodass Käufer die bestellte Ware schneller in den Händen halten können.

Höherer Bedarf für Instant Payments bei Unternehmen

Auch wenn Instant Payments noch Zukunftsmusik sind – viele Unternehmen hätten bereits jetzt Bedarf an Möglichkeiten zum Zahlungsverkehr in Echtzeit. 27 Prozent würden Instant Payments unbedingt nutzen wollen, weitere 50 Prozent halten die Methode für ihr Unternehmen für „überlegenswert“. Im Vergleich zu Privatpersonen hätten Unternehmen in der Vergangenheit deutlich häufiger eine Möglichkeit zur sofortigen Zahlung benötigt.

Insgesamt ein Viertel hat sich bereits oft bis sehr oft gewünscht, Zahlungsverkehr in Echtzeit abwickeln zu können, ein weiteres Viertel immerhin manchmal. Sie setzen vor allem bei Zahlungen von weniger solventen Schuldnern große Hoffnungen in Instant Payments. Auch für die Nutzung von Skontovorteilen sehen sie einen sinnvollen Einsatzbereich des Echtzeit-Zahlungsverkehrs. Neben der Prozessoptimierung könnten Instant Payments zudem Potenzial für eine bessere Liquiditätsplanung und zur Kosteneinsparung, beispielsweise durch weniger Bargeldtransaktionen, haben.

Quelle: ibi Research

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