Unabhängige Finanz- und Versicherungsvergleiche

Digital Natives sind bei Geldanlagen konservativ

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 18.09.2015

Laut einer Studie der Postbank sind die Digital Natives in ihren Geldanlagen konservativer als erwartet: Die meisten nutzen Tagesgeld und Sparbuch. Überraschend wenige besitzen Aktien. Auch in der Beratung ist ihnen der persönliche Kontakt wichtiger als Online-Angebote.

Viele Banken hatten von den Digital Natives einen anderen Umgang mit Geldanlagen erwartet: Die online-affine Generation der 18- bis 34-Jährigen regelt ihr Privatleben in sozialen Netzwerken und hält sich ganz selbstverständlich online auf, also lag die Vermutung nahe, dass auch finanzielle Angelegenheitenüber Online-Banking und Finanz-Apps erledigt werden. Das würde für die Banken Einsparungen im Personalbereich ermöglichen. Eine aktuelle Studie der Postbank mit mehr als 6.000 Teilnehmern zeigt nun allerdings, dass die Digital Natives in Finanzangelegenheiten viel weniger online unterwegs sind als gedacht.

Sparbücher und Tagesgeld als beliebteste Geldanlagen

Die Digital Natives verhalten sich bei ihren Geldanlagen sogar weniger risikofreudig als der deutsche Durchschnitt. Der Studie zufolge setzt die Gruppe der 18- bis 34-Jährigen sogar noch häufiger auf Sparbücher und Tagesgeld als ihre älteren Mitbürger: Trotz niedriger Zinsen besitzen 47 Prozent der Digital Natives ein Sparbuch und 34 Prozent ein Tagesgeldkonto. Der deutsche Durchschnitt liegt jeweils ein bis zwei Prozentpunkte darunter. Die Deutsche Bundesbank hat außerdem in einer Analyse ermittelt, dass Festgeld an Beliebtheit verliert und ein Fünftel des gesamten Geldvermögens von den Deutschen auf dem Girokonto gelagert wird.

Auch Bausparverträge sind in dieser Altersgruppe bei einem Drittel der Befragten beliebt. Immerhin acht Prozent der jungen Anleger besitzen Gold, im Gesamtdurchschnitt sind es nur sechs Prozent. Die jüngere Generation zeigt sich trotz der Möglichkeit zum digitalen Anlagenmanagement wenig risikofreudig. Geldanlagen mit Börsenwerten stehen bei ihnen nicht hoch im Kurs: Nur 15 Prozent in dieser Altersgruppe besitzen Aktien – genau wie der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.

Mehrheit der Digital Natives nutzt nicht nur Online-Banking

Eine Überraschung ist auch das Nutzungsverhalten im Online-Banking: Während 23 Prozent der Gesamtbevölkerung ihre Bankgeschäfte vor allem online erledigen, geben nur 22 Prozent der Digital Natives in der Postbank-Studie an, das schwerpunktmäßig zu tun. Wenn es um neue Geldanlagen geht, ist die beliebteste Informationsquelle bei den 18- bis 34-Jährigen immer noch die persönliche Beratung bei der Bank: Genau wie bei den älteren Befragten wollen rund 88 Prozent nicht auf ihren Bankberater verzichten. Allerdings informieren sich die Digital Natives mehr als die älteren Generationen auf Finanzblogs und digitalen Beratungsseiten der Banken. Auf Finanz-Apps greifen die 18- bis 34-Jährigen allerdings recht gerne zurück: Ein Viertel hat solche Apps auf dem Smartphone, im Gesamtdurchschnitt sind es dagegen nur 15 Prozent.

Aktuelle Finanznews

Sichteinlagen: Geld schnell verfügbar anlegen
Sichteinlagen: Geld schnell verfügbar anlegen
Sichteinlagen sind Geldeinlagen, auf die der Bankkunde jederzeit zugreifen kann, zum Beispiel ein Girokonto oder Tagesgeldkonto. Sie sind nur mit geringen Zinsen verbunden, haben aber große Bedeutung für...
Girokonto Ratgeber
Girokonto Ratgeber
Im Leben der meisten Menschen ist das Girokonto eine Selbstverständlichkeit. Während es sich ohne Aktiendepot, Festgeldkonto oder Debit Card im Zweifelsfall auskommen lässt, ist und bleibt es ein Muss....
Welche Arten von Banken gibt es?
Welche Arten von Banken gibt es?
Deutschland gehört zu den Ländern, in welchen es traditionell viele Banken gibt. So zählte der Bankenverband in seiner Statistik aus dem Jahr 2014 hierzulande 1.990 verschiedene Kreditinstitute. Von diesen...

FinanceScout24 Newsletter

Jetzt anmelden und 100 € Amazon Gutschein gewinnen