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Dispo-Kredit: Debatte um die Überziehungs-Warnung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.03.2014

Bei einer Kontoüberziehung sollen Kunden künftig von ihrer Bank gewarnt werden: Diese Neuregelung hatten SPD und Union bereits im Koalitionsvertrag festgehalten. Aus der Finanzbranche gibt es nun Kritik an der Benachrichtigungspflicht beim Dispo-Kredit, Bundesverbraucherminister Heiko Maas (SPD) will an der Lösung trotzdem festhalten.

Bankenpräsident Jürgen Fitschen hat sich gegen den Plan der gesetzlich bestimmten Benachrichtigungspflicht bei einer Kontoüberziehung ausgesprochen: „Wer nach einer Woche beispielsweise schon einen Anruf bekommt, weil er mit 1.000 Euro im Dispo ist, kann sich möglicherweise nicht beraten, sondern vielleicht eher belästigt fühlen“, wird er vom „Focus“ zitiert. Zudem finde eine Beratung für den Dispo-Kredit vermutlich ohnehin schon statt.

Ist die Neuregelung zum Dispo-Kredit überflüssig?

Fitschen fährt fort: „Es ist bei vielen Banken üblich, dass man das Gespräch mit denjenigen Kunden sucht, die den Dispokredit länger in Anspruch nehmen. Eine gesetzliche Verpflichtung halte ich in diesem Punkt für überflüssig.“ Bundesverbraucherminister Heiko Maas von der SPD ist in dieser Hinsicht allerdings anderer Meinung und kontert: „Offensichtlich sieht man sich mit etwas Unangenehmen konfrontiert.“

Die Pläne der Regierung bei einer Kontoüberziehung

In den Plänen der Koalition ist konkret vorgesehen, Kunden einerseits bei einer Kontoüberziehung zu informieren und andererseits bei längerer Inanspruchnahme des Dispo-Kredits Alternativen anzubieten. Denn vor allem Verbraucherschützer monieren seit Jahren die hohen Dispozinsen, die bei Kunden im schlimmsten Fall zur Überschuldung führen könnten. Es gibt weiterhin Angebote für Girokonten, die im Vergleich günstigere Dispo-Kredite beinhalten, teilweise werden allerdings Spitzensätze von bis zu 14 Prozent fällig.

Ratenkredite als Alternative zum Dispo

Grundsätzlich hätten Verbraucher laut Jürgen Fitschen gute Finanzierungsalternativen bei hohen Kontoüberziehungszinsen: „Wer längerfristig im Dispo ist, sollte gemeinsam mit seiner Bank überlegen, ob er diesen in einen günstigeren Ratenkredit umwandeln kann.“ Aufgrund der augenblicklichen Zinslage sind viele Kredite derzeit sehr kostengünstig.

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