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Erste Banken informieren Kunden über Dispokredit

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.08.2014

Die Bundesregierung möchte Bankkunden besser vor Dispokrediten mit teuren Überziehungszinsen schützen, doch Reformen blieben bisher aus. Jetzt handeln die Banken und versuchen mit Beratungsangeboten und Warnhinweisen ihre Kunden zu informieren. Einige Finanzinstitute haben zusätzliche Überziehungszinsen abgeschafft, um die Zinskosten zu deckeln.

Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung bereits vor Monaten geplant, Banken zu verpflichten, dass diese ihre Kunden informieren, wenn sie ihren Dispokredit in Anspruch nehmen. Zusätzlich wurde ein maximaler Zinssatz diskutiert. Doch die Deckelung konnte nicht beschlossen werden. Nun kommen die Banken den Reformen zuvor und setzen die geplanten Maßnahmen um. Einige Banken übertreffen sogar die politischen Forderungen und schafften laut der „FAZ“ Überziehungszinsen ab.

Automatische Informationen zum Dispokredit

Die ersten Banken informieren ihre Kunden zukünftig per Post oder direkt auf dem Kontoauszug, wenn der Dispokredit des Girokontos in Anspruch genommen wird. So sollen die Kunden deutlicher auf die teilweise hohen Dispozinsen hingewiesen werden. Wer sein Girokonto über einen längeren Zeitraum stark überzieht, wird darüber teilweise nicht nur einfach informiert, sondern erhält bei manchem Anbieter auch gleich ein passendes Kreditangebot für die Umschuldung. Auf diese Weise sollen die Kunden auf ihre möglichen Zinsersparnisse hingewiesen werden. Bei einem Dispokredit werden häufig Zinsen von mehr als 10 Prozent berechnet. Wird auch der Disporahmen überschritten, fallen Überziehungszinsen an, welche noch einmal deutlich höher liegen können. Für einen durchschnittlichen Kredit werden dagegen aktuell nur rund fünf Prozent Zinsen berechnet.

Verzicht auf Überziehungszinsen

Bundesverbraucherminister Heiko Maas (SPD) hatte vor einiger Zeit einen Vorstoß gewagt und wollte einen Deckel für Dispozinsen einführen. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch am Koalitionspartner CDU/CSU. Einige Banken haben sich die Kritik offenbar trotzdem zu Herzen genommen und wollen zukünftig keine Überziehungszinsen mehr berechnen. Wer dann sein Girokonto über den Dispokredit hinaus überzieht, muss nur die normalen Dispozinsen zahlen und keinen nochmals erhöhten Zinssatz.

Die Bundesregierung hat somit eine Entwicklung angestoßen, welcher in Kürze weitere Banken und Sparkassen folgen dürften. Bankkunden sollten daher aufmerksam verfolgen, ob ihr Finanzinstitut zukünftig über überzogene Girokonten informiert oder auch auf Überziehungszinsen verzichtet.

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