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Deutsche Banken veröffentlichen Dispo-Zinsen im Internet

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.06.2013

Viele deutsche Banken wollen in Zukunft die Dispo-Zinsen, die beim Überziehen eines Girokontos anfallen, im Internet offenlegen. Verbraucherschützer hatte zuvor mehrfach die hohen Zinsen kritisiert. Durch die Veröffentlichung sollen die Kunden zum Vergleichen und die Banken zu Zinssenkungen angeregt werden.

Nachdem die Beschwerden von Verbraucherschützern über die hohen Dispo-Zinsen zugenommen hatten, schaltete sich zuletzt Verbraucherschutz-Ministerin Ilse Aigner ein und forderte mehr Transparenz. Dieser Forderung wollen die drei großen Bankenverbände nun nachkommen und kündigen an, die Zinsen auf den jeweiligen Seiten der Banken im Internet zu veröffentlichen.

Teure Dispo-Zinsen trotz niedriger Leitzinsen
Seit Anfang Mai steht der Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank auf einem Rekordtief von 0,5 Prozent. Durch die Senkung der allgemeinen Zinsen für Kredite soll das Geld billiger und das Wirtschaftswachstum angekurbelt werden. Doch wenn Sie ihr Girokonto überziehen, profitieren viele Kunden noch nicht von dieser Maßnahme, denn viele deutsche Banken geben die niedrigen Zinsen nicht weiter. So liegen die Dispo-Zinsen von deutschen Banken durchschnittlich bei über 10 Prozent.

Girokonto

Transparenz als bewährtes Mittel
Durch die Veröffentlichung der Zinssätze soll es der Verbraucher dank einer verbesserten Übersicht einfacher haben, wenn er seinen Dispokredit vergleichen möchte. Zusätzlich erhoffen sich die Verbraucherschützer einen ähnlichen Effekt, wie er bei den Geldautomaten-Gebühren aufgetreten war. Dort sind die Kosten für die Kunden erheblich gefallen, seit die Gebühren durch jeden Geldautomaten angezeigt werden und deutsche Banken dadurch zunehmend unter Wettbewerbsdruck stehen.

Nicht nur die Zinsen vergleichen
Doch die Veröffentlichung der Dispo-Zinsen bringt dem Kunden in Zukunft wohl nicht so viel wie gedacht. In letzter Zeit haben immer mehr deutsche Banken Fixgebühren für die Inanspruchnahme eines Dispokredits eingeführt und konnten die Zinsen danach ohne Verluste senken. Folgende Kostenfaktoren sollten bei Girokonten daher immer zusammen betrachtet werden:

  • Dispo-Zinsen
  • Fixgebühren fürs Überziehen
  • Kontoführungsgebühren


Das Girokonto mit den niedrigsten Dispo-Zinsen muss daher nicht auch immer gleich das Vorteilhafteste sein. Wenn das Konto nicht langfristig überzogen, sondern durch Aufnahme eines günstigen Ratenkredits schnell ausgeglichen wird, können die anfallenden Dispo-Zinsen zum Beispiel minimiert werden. Fixgebühren und Kontoführungsgebühren können dagegen nur vorab bei der Wahl des Anbieters vermieden werden.

Robert Kneschke | shutterstock.com

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