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Zum Schutz vor Dispozinsen: Neuer Gesetzentwurf

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.07.2015

Das Bundeskabinett hat einen neuen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, durch den Verbraucher in Zukunft besser vor hohen Dispozinsen und Risiken beim Abschluss von Immobilienkrediten geschützt werden sollen. Banken sind künftig dazu verpflichtet, ihre Kunden über günstigere Alternativen zu informieren und die Konditionen transparenter darzustellen. Wucherzinsen sollen so vermieden werden.

Wer am Monatsende kein Geld mehr auf dem Girokonto hat, kann dieses in der Regel bis zu einem vertraglich festgelegten Betrag überziehen. Dabei werden jedoch Dispozinsen fällig. Das Bundeskabinett hat nun einen neuen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der Verbrauchern dabei helfen soll, die entstehenden Kosten übersichtlich zu halten. Banken müssen die aktuellen Zinssätze künftig auf ihrer Internetseite veröffentlichen. Laut „Tagesschau“ liegen sie zwischen 7 und 14 Prozent.

Verbraucherschützer forderten Deckelung der Dispozinsen

Der neue Gesetzentwurf sieht zudem vor, dass Banken ihre Kunden über günstigere Alternativen informieren müssen, falls diese sechs Monate lang den eingeräumten Kreditrahmen zu mehr als 75 Prozent ausschöpfen. Das Gleiche gilt, wenn der Minusstand auf dem Konto drei Monate lang mindestens halb so groß ist wie der monatliche Geldeingang. Ziel des Gesetzes ist es, Verbraucher umfassender aufzuklären. Ganz so weit, wie es Verbraucherschützer gerne hätten, geht das neue Gesetz jedoch nicht. Sie wollen seit längerem erreichen, dass Dispozinsen generell auf ein bestimmtes Maximum gedeckelt werden.

Neues Gesetz soll Kreditvergabe an strengere Bedingungen knüpfen

Auch bei der Vergabe von Krediten, beispielsweise zur Baufinanzierung sollen Verbraucher durch den Gesetzentwurf noch besser davor geschützt werden, sich finanziell zu übernehmen. Banken müssen die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden strenger prüfen und sie detailliert aufklären. „Mit den neuen Regelungen wollen wir Verbraucherinnen und Verbraucher besser vor möglichen Fehlentscheidungen schützen“, so Justizminister Heiko Maas (SPD).

Dispokredit nicht zu lange nutzen

Während Sparzinsen beispielsweise auf Festgeld oder Tagesgeld nach wie vor auf tiefem Niveau liegen, sind Dispozinsen unvermindert hoch. Um die Zinsfalle zu vermeiden, sollten Verbraucher ihr Girokonto nur in Ausnahmefällen überziehen, etwa um einen kurzfristigen finanziellen Engpass zu überbrücken. Wenn zum Beispiel der Kauf eines neuen Kühlschranks ansteht oder die Waschmaschine streikt, ist ein Ratenkredit derzeit oft die günstigere Alternative im Gegensatz zum teuren Dispositionskredit.

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