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Kassenverband: Zusatzbeiträge verdoppeln sich

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.06.2015

Gesetzlich Krankenversicherte müssen sich auf einen Kostenanstieg einstellen: Schon in vier Jahren könnten die Zusatzbeiträge der Kassen doppelt so hoch ausfallen wie heute – und sich dadurch auch der Krankenkassenbeitragssatz auf bis zu 16,4 Prozent erhöhen. Das schätzte jetzt der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Doch warum die deutlichen Beitragssteigerungen?

Der gesetzliche Beitragssatz der Krankenversicherung von aktuell 14,6 Prozent vom Bruttoarbeitseinkommen reicht nicht, um die im Gesundheitswesen klaffende Lücke zwischen Ausgaben und Einnahmen der Krankenkassen langfristig zu schließen. Durch die Zahlung von Zusatzbeiträgen durch die Versicherten sollen diese zusätzlichen Kosten aufgefangen werden – doch scheinen die derzeit von den Kassen individuell festgelegten Sätze längst nicht für diesen Zweck auszureichen. Dies berichtet die „Welt“ unter Berufung auf Schätzungen des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Anstieg der Krankenkassenbeitrags auf 16,4 Prozent

Liegt der Zusatzbeitrag bei den meisten Krankenkassen aktuell bei 0,9 Prozent, könnte dieser schon 2016 bei durchschnittlich 1,1, bis 1,2 Prozent liegen, ehe er sich bis zum Jahr 2019 auf 1,4 bis 1,8 Prozent verdoppelt – so die Prognose des Spitzenverbandes GKV, die Anfang der Woche durch die Vorstandsvorsitzende Doris Pfeiffer im brandenburgischen Sommerfeld öffentlich gemacht wurde.

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung steigt GKV-Schätzungen zufolge in den nächsten drei Jahren von derzeit 15,5 Prozent auf 16,0 bis 16,4 Prozent vom Bruttoeinkommen. Der Krankenkassenbeitrag setzt sich derzeit aus dem festen gesetzlichen Beitragssatz von 14,6 Prozent und 0,9 Prozent Zusatzbeitrag zusammen. Während der einheitliche Beitragssatz von 14,6 Prozent gesetzlich eingefroren ist, können die Krankenkassen ihren steigenden Finanzbedarf nur durch eine Erhöhung der Zusatzbeiträge stillen.

Gründe für deutliche Erhöhung der Zusatzbeiträge

Ein Grund für die drohende Verdopplung der Zusatzbeiträge vermutet der Spitzenverband GKV darin, dass Ausgaben für Ärzte, Kliniken und Arzneimittel stärker stiegen als die Einnahmen der Krankenkassen – eine finanzielle Lücke, die nur schwer zu schließen ist. Außerdem steht die Gesundheitsreform der großen Koalition an: Mehrausgaben in Milliardenhöhe für die Umsetzung der Pläne von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) belasten die Krankenkassen in Deutschland. Die Kosten für Reformen, wie den Umbau der ambulanten Versorgung, eine Klinikreform oder die Stärkung von Hospizen und Prävention, werden auf mehr als elf Milliarden Euro geschätzt.

Steigende Zusatzbeiträge: Einseitige Belastung für gesetzlich Versicherte

Während die 14,6 Prozent jeweils zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber bezahlt werden, ist der Zusatzbeitrag allein vom Versicherten zu tragen – eine Erhöhung des zusätzlichen Beitragssatzes wäre daher eine einseitige Belastung, monieren die gesetzlichen Krankenkassen. Pfeiffer räumt jedoch auch ein, dass die Krankenkassen über Rücklagen von 14,2 Milliarden Euro verfügen zusätzlich zu weiteren 10,1 Milliarden Euro, die im Gesundheitsfond liegen. Aus diesem Grund müssen laut Pfeiffer nicht alle Kassen im nächsten Jahr ihre Beiträge erhöhen, um die Gesundheitsreformen und die steigenden Ausgaben zu stemmen – und doch geht sie davon aus, dass es sich um eine „breitere Bewegung“ handeln werde.

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