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Dynamic Pricing in immer mehr Geschäften

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.04.2015

Das sogenannte „Dynamic Pricing“ ist ein verbreitetes Prinzip im Online-Handel: Preise für Produkte verändern sich innerhalb kürzester Zeit – sie steigen nach oben und fallen rapide wieder ab. Doch Dynamic Pricing kann zunehmend auch beim Einkaufsbummel durch die Läden vor Ort beobachtet werden und macht damit dem Festpreis im deutschen Einzelhandel Konkurrenz.

Verbraucher, die sich beispielsweise für eine neue Waschmaschine interessieren, haben in so manchem Elektronikfachmarkt eventuell schon die kleinen elektronischen Preisschilder bemerkt, auf denen sich die ausgeschriebenen Preise laufend verändern. So zum Beispiel in einer Filiale einer großen Elektromarktkette in Ingolstadt, wo derzeit nach Vorbild des Prinzips „Dynamic Pricing“ unterschiedliche Preise je nach Tageszeit getestet werden, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Dynamic Pricing: Angriff auf Festpreise im deutschen Einzelhandel

Im Online-Handel ist Dynamic Pricing mittlerweile ein gängiges Prinzip. Doch auch in den Geschäften vor Ort werden Preise zunehmend dynamisiert. Der stationäre Handel kann dank des technischen Fortschritts seine Preise, ähnlich wie an Tankstellen, auf elektronischen Anzeigetafeln staffeln – etwa nach Tageszeiten, um so Angebot und Nachfrage möglichst gewinnbringend auszureizen. Außerdem können Einzelhändler auf diese Weise besser auf Wettbewerber aus der Umgebung oder im Internet reagieren und Preise angleichen. Aufmerksame Kunden können so vom Dynamic Pricing profitieren und den Preis für das Objekt ihrer Begierde im Auge behalten, ehe sie sich zum Kauf entschließen. Wird der Preis gesenkt, weil das gewünschte Produkt woanders günstiger zu haben ist und der Händler konkurrenzfähig bleiben möchte, kommt dies letztlich dem Verbraucher zugute.

Händler wissen immer besser über Zahlungsbereitschaft ihrer Kunden Bescheid

Der Vormarsch von Dynamic Pricing ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass Händler immer besser in puncto Zahlungsbereitschaft über ihre potenziellen Kunden Bescheid wissen. Wie die „FAZ“ berichtet, liegt das vor allem daran, dass die Händler mithilfe von Dienstleistern auf umfangreiche Datensätze zurückgreifen können, die ihnen neben dem aktuellen Lagerbestand auch Informationen über das Kaufverhalten einzelner Konsumenten bis hin zu den Preisen bei der Konkurrenz liefern. Wenn Händler auf diese Weise ermitteln, welchen Betrag Kunden maximal für ein bestimmtes Produkt ausgeben möchten, können sie das Dynamic-Pricing-Prinzip zu ihrem wirtschaftlichen Vorteil nutzen.

Dynamic Pricing im Supermarkt

Das Prinzip der dynamischen Preiskalkulation verbreitet sich immer stärker: In französischen Supermärkten sind elektronische Preisschilder bereits an der Tagesordnung. Und auch in Deutschland experimentieren Handelsketten mit Dynamic Pricing. „Auf Dauer wird sich die dynamische Preissetzung über elektronische Schilder durchsetzen“, ist sich der Wissenschaftler Gerrit Kahl vom Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz sicher.

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