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Eigenes Notrufsystem der Kfz-Versicherer geplant

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.01.2016

Im Laufe des Jahres 2016 wollen die Kfz-Versicherer ihren Kunden ein neu entwickeltes System anbieten, das den Fahrer bei einer Panne mit einer Service-Zentrale verbindet und bei einem schwereren Autounfall automatisiert den Rettungsdienst alarmieren kann. Damit könnten die Versicherer dem sogenannten E-Call-System zuvorkommen, das ab 2018 verpflichtend für Neuwagen werden soll.

In den kommenden Monaten wollten die Kfz-Versicherer offenbar ein eigenes Notrufsystem anbieten, das eine Panne oder einen Autounfall meldet. Offizielle Informationen dazu liegen noch nicht vor, doch das Magazin „Euro am Sonntag“ des Finanzen Verlags meldete, dies aus Branchenkreisen erfahren zu haben.

Spezieller Stecker und Smartphone für das Notrufsystem erforderlich

Der offizielle Starttermin für das Notrufsystem der Kfz-Versicherungen steht noch nicht fest, laut „Euro am Sonntag“ könnte dies jedoch bereits am 4. April 2016 sein. Die Vorbereitungen werden vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) koordiniert. Das System soll einen speziellen Stecker beinhalten, der im Auto mit Strom versorgt werden muss – zum Beispiel über den Zigarettenanzünder. Außerdem benötigt der Fahrer ein Smartphone, das den Stecker aktiviert. Sowohl für iOS als auch für Android soll eine entsprechende App zur Verfügung stehen. Damit das Notfallsystem korrekt läuft ist außerdem Bluetooth 4.0 erforderlich.

Bei einem Autounfall oder einer Panne kann der Fahrer entweder eigenhändig einen Notruf auslösen oder den Standort automatisch an Rettungsdienste melden lassen. Die bereits produzierten Stecker wurden von Bosch und IBM hergestellt. Die Versicherer sollen diese „Euro am Sonntag“ zufolge zunächst nur Neukunden anbieten wollen, im Rahmen von Premium-Tarifen könnten diese unter Umständen kostenlos sein.

Versicherungssystem als Konkurrenz zu E-Call?

Das Notrufsystem der Kfz-Versicherer könnte in direkte Konkurrenz mit „E-Call“ treten. Hierbei handelt es sich um ein europaweites Notrufsystem, das im April 2018 eingeführt werden soll. Ab diesem Zeitpunkt muss jeder Neuwagen mit dem System ausgestattet sein, das aus einem GPS-Empfänger, einer Mobilfunkeinheit und einem Antennenanschluss besteht.

Die Kfz-Versicherer sehen E-Call durchaus kritisch. Eine Befürchtung ist hier, dass die Hersteller nach einem Autounfall oder einer Panne als erste Informationen darüber erhalten würden – entsprechend könnten sie den Wagen anschließend automatisch in eine Partnerwerkstatt abschleppen lassen. Eine Begründung für die Notwendigkeit einer Alternative zu E-Call benannte vor einer Weile Jürgen Heitmann, Vorstand der HUK-Coburg, laut der „Euro am Sonntag“: Demnach würden durch das Notrufsystem der Versicherer „auch die Kunden älterer Fahrzeuge ein Recht auf Rettung“ erhalten.

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