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Elektroautos: Staatlicher Bonus als Kaufanreiz?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.02.2016

Elektroautos sollen die Energiewende auf die Straßen bringen. In Deutschland rief die Bundesregierung das Ziel aus, dass bis zum Jahr 2020 eine Million Fahrzeuge verkauft sein sollen. Dies scheint jedoch kaum noch erreichbar, im vergangenen Jahr wurden lediglich 12.300 Elektroautos zugelassen. Staatliche Subventionen für Käufer könnten den Absatz ankurbeln, bergen jedoch auch Gefahren.

Das ursprüngliche Ziel der Bundesregierung, dass hierzulande bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos verkauft sein sollten, scheint kaum noch realistisch. Um das Problem zu erörtern und nach Lösungen zu suchen, fanden nun Politik und Vertreter der deutschen Autobauer zu einem kleinen Elektrogipfel zusammen, wie das „Handelsblatt“ berichtet.

Absatz von Elektroautos könnte durch Bonus gefördert werden

Eine zentrale Frage des Treffens sind die Möglichkeiten zur Absatzsteigerung von Elektroautos. Es gilt zu klären, welche Anreize nötig sind, um Autofahrer zum Kauf von Elektroautos zu animieren. Verschiedene Vertreter der Industrie möchten bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Subvention für Elektroautos durchsetzen – so unterstützen Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG sowie Harald Krüger, Vorstandsvorsitzender der BMW AG eine solche staatliche Kaufprämie.

Unterstützung finden sie in der Politik – so sprachen sich bereits Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sowie die bayrische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) einen solchen Bonus aus. Dieser könnte, so berichtet das „Handelsblatt“, bis zu 5.000 Euro pro Fahrzeug betragen. In anderen Ländern erhalten Käufer bereits einen Bonus, wenn sie sich für ein reines Elektrofahrzeug entscheiden. So zeigt das Beispiel Norwegen, dass sich Elektroautos durch die Bezuschussung deutlich besser verkaufen lassen.

Staatlicher Bonus könnte in Deutschland zur Luxussubvention werden

Das „Handelsblatt“ weist allerdings auf eine mögliche Kehrseite eines solchen Bonusses hin:

Diese könnte möglicherweise zu einer Subventionierung von Luxuskarossen werden. Denn die meisten deutschen Autohersteller bieten im Bereich der echten Elektroautos erst wenige verschiedene Modelle an, die für die breite Masse allein aufgrund ihres Preises nur wenig interessant sind. So bietet Daimler derzeit nur ein vollelektrisches Modell an, nämlich die B-Klasse. Die Produktion des elektrischen Smarts wurde vorübergehend eingestellt.

VW stattet neben dem Golf immerhin auch sein Kleinstwagenmodell Up mit Elektromotor aus. Allerdings liegt der Preis für den kleinen Elektroflitzer beim Dreifachen der Modelle mit konventionellem Antrieb. Beim Golf ist er in etwa doppelt so hoch. Ob ein 5.000-Euro-Bonus potenzielle Käufer angesichts dieser Differenz überzeugt, ist fragwürdig. Hinzu kommt, dass es sich bei den bis 2018 angekündigten Hoffnungsträgern des Konzerns in erster Linie um Oberklassemodelle handelt.

Absatzförderung umstrittener Hybrid-Modelle mögliches Ziel der Autobauer

Laut „Handelsblatt“ könnten die Autobauer mit ihrer Forderung nach einem staatlichen Bonus die Strategie verfolgen, ihre Hybrid-Modelle für potenzielle Autokäufer attraktiver zu machen. Solche Fahrzeugmodelle mit einem kombinierten Elektro- und Verbrennungsantrieb werden die Autobauer in der kommenden Zeit verstärkt an den Markt bringen.

Doch die ökologische Nachhaltigkeit dieser Fahrzeuge ist umstritten, insbesondere bei den PS-starken Oberklassemodellen. Kritiker wie Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen, fordert deshalb gegenüber dem „Handelsblatt“ die staatliche Förderung auf reine Elektroautos zu beschränken.

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