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Ab Juli: Elterngeld Plus bei Teilzeitbeschäftigung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 01.07.2015

Ab dem 1. Juli gibt es beim Elterngeld zwei Modelle: Das bislang übliche Elterngeld wird zum Basis-Elterngeld, hinzu kommt das neue „Elterngeld Plus“ für Eltern in Teilzeitbeschäftigung. Beide Modelle können miteinander kombiniert werden und ermöglichen so eine flexiblere Ausgestaltung. Auch bei der Elternzeit treten mit Beginn der zweiten Jahreshälfte neue Regelungen in Kraft.

Eltern von Kindern, die nach dem 30. Juni 2015 geboren werden, haben die Möglichkeit das sogenannte „Elterngeld Plus“ zu beantragen. Mit dieser Neuerung will die Bundesregierung die Nachteile, die teilzeitarbeitenden Eltern bislang beim Bezug von Elterngeld entstanden sind, aufheben, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ).

Bislang ein Drittel weniger Elterngeld bei Teilzeitbeschäftigung

Nach Informationen der Tageszeitung war es nach bisher geltenden Regelungen möglich, dass bei Eltern in Teilzeitbeschäftigung über die gesamte Bezugsdauer ein Drittel weniger Elterngeld auf dem Girokonto einging als bei denjenigen, die gar nicht arbeiteten. Mit dem neuen Elterngeld Plus sollen nun beide den gleichen Betrag erhalten. Das Prinzip des neuen Elterngeld-Modells: Die Höhe liegt grundsätzlich bei der Hälfte des Elterngeldes, das ohne Berufstätigkeit gezahlt würde – allerdings gleicht es maximal den Einkommensausfall durch die Teilzeitbeschäftigung im Vergleich zu einer Vollzeitstelle aus. Dafür kann es doppelt so lange bezogen werden wie das reguläre Elterngeld – im Regelfall also 24 Monate lang. Daran ist allerdings die Bedingung geknüpft, dass die wöchentliche Arbeitszeit 30 Stunden nicht überschreitet.

Kombination von regulärem Elterngeld und Elterngeld Plus möglich

Eltern müssen sich nicht für eine Variante des Elterngelds entscheiden, sondern können beide Modelle kombinieren. Dabei entspricht ein Monat des regulären Elterngelds, das nun Basis-Elterngeld heißt, zwei Monaten Elterngeld Plus. So wäre es beispielsweise möglich, zunächst sechs Monate lang nicht zu arbeiten und während dieser Zeit das Basis-Elterngeld zu beziehen und anschließend einer Teilzeitbeschäftigung nachzugehen. Dafür würde dann zwölf Monate lang das neue Elterngeld Plus gezahlt werden. Wenn sich Eltern die Betreuung nach der Geburt teilen und beide parallel einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen, wird das Elterngeld Plus für 14 Monate gewährt. Bislang wurde in solchen Fällen nur für sieben Monate Elterngeld gezahlt. Das gewählte Modell kann während der Bezugslaufzeit beliebig geändert werden.

Zusätzliche Erleichterungen bei der Elternzeit

Neben dem Elterngeld Plus gelten für nach dem 1. Juli Geborene auch flexiblere Regelungen zur Elternzeit. Statt bislang maximal zwölf Monaten können Eltern von Kindern zwischen dem dritten und achten Lebensjahr nun eine bis zu 24-monatige unbezahlte Auszeit vom Job beantragen. Jeder Elternteil kann seine Elternzeit künftig zudem auf drei Zeitabschnitte statt bislang zwei aufteilen. Eine Zustimmung des Arbeitgebers zur Elternzeit ist nicht länger erforderlich. Allerdings verlängert sich die Anmeldefrist für die Elternzeit nach dem dritten Geburtstag: Sie muss nun 13 Wochen vorher angemeldet werden statt wie bislang mit nur sieben Wochen Vorlauf. Für Kinder unter drei Jahren liegt die Anmeldefrist weiterhin bei sieben Wochen.

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