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EM 2016: Mehr Schadenmeldungen für Versicherer

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 05.06.2016

Die anstehende Fußball-EM an einem neuen Fernseher verfolgen – ein Plan, den offenbar nicht wenige Verbraucher gerne mithilfe einer Finanzspritze von der Versicherung umsetzen würden. Vor großen Sportereignissen gehen bei Versicherern auffällig viele Schadenmeldungen bezüglich defekter TV-Geräte ein. Bei einem Viertel liegt der Verdacht von Versicherungsbetrug nahe.

Kurz vor großen Sportereignissen wie der Fußball-Europameisterschaft häufen sich bei Versicherern auffällig viele Schadenmeldungen bezüglich defekter Fernsehgeräte. Das gleiche Phänomen ist nach laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auch nach der Einführung neuer Produktgenerationen zu beobachten. Aktuell kommt beides zusammen: Rechtzeitig vor der Fußball-EM in Frankreich haben die Hersteller TV-Geräte auf mit dem lang erwarten HDR-Standard  auf den Markt gebracht, der für ein deutlich brillanteres Bild sorgt.  

Verdacht auf Versicherungsbetrug bei einem Viertel der Schadenmeldungen

Und offenbar ist die Verlockung groß, ein neues Gerät mit finanzieller Unterstützung durch die Versicherung anzuschaffen. „Zur Finanzierung eines neuen Fernsehers wird manchmal ein Schaden am alten Gerät herbeigeführt, den es so nie gegeben hat“, so Thomas Leicht, Vorsitzender der Kommission Kriminalitätsbekämpfung im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Eine Auswertung von knapp 1.800 bei Versicherern eingereichten Schadenmeldungen an TV-Geräten zeigte, dass bei einem Viertel der aller Fälle Ungereimtheiten auftraten: „In vielen Fällen passen Schadenschilderung und Schadenbild nicht zueinander. Der Schaden kann demzufolge nicht so passiert sein, wie er geschildert wurde“, so Versicherungsexperte Leicht.

Betrugsversuche meist über Haftpflicht Dritter

In den meisten Fällen wird versucht, Schäden bei der Haftpflichtversicherung geltend zu machen. Um Leistungen für nicht versicherte Schäden zu erhalten, beispielsweise technische Defekte, wird meist ein Mittäter ins Boot geholt. Dieser erklärt dann  gegenüber seiner Haftpflichtversicherung erklärt, er habe den Schaden verursacht, sodass diese den entsprechenden Betrag an den vermeintlich Geschädigten erstattet. Im Schnitt lag die durchschnittliche Forderung bei den vom GDV ausgewerteten Fällen bei 745 Euro.  In der Haftpflicht wird nämlich lediglich der Zeitwert des Geräts ersetzt.

Versicherungsbetrug kostet Versicherer jährlich vier Milliarden Euro

Durch derartige Fälle von Versicherungsbetrug entsteht den Versicherern jährlich ein geschätzter Schaden von mehr als vier Milliarden Euro jährlich. Daher prüfen sie die Beschreibung, wie es zu dem Schaden gekommen ist, sehr genau und stellen sie teilweise sogar nach, wenn sie den Verdacht eines Versicherungsbetrugs hegen. Einige Versicherer ziehen bereits ab vergleichsweise geringen Schadenshöhen einen Gutachter hinzu. Ist ein Versicherungsbetrug nachzuweisen, können dem Versicherten neben der Kündigung seitens der Versicherung auch zivilrechtliche Konsequenzen drohen.

Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft

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