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Ende der Niedrigzinsen weiterhin nicht in Sicht

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.08.2016

Nicht nur den Sparern, sondern auch den Banken machen die anhaltenden Niedrigzinsen zu schaffen. Viele deutsche Geldhäuser beklagen seit geraumer Zeit, dass das niedrige Zinsniveau sie in wirtschaftliche Bedrängnis bringt. EZB-Direktor Cœuré erklärte nun jedoch, dass die negativen Auswirkungen auf die Banken noch im Rahmen lägen.

Sparer, die auf ein baldiges Ende der Niedrigzinsen auf ihre Einlagen wie beispielsweise Tagesgeld oder Festgeld gehofft hatten, werden sich wohl noch gedulden müssen. Der Direktor der Europäischen Zentralbank (EZB), Benoît Cœuré, hat zwar auf die Gefahren einer zu langen Phase eines extrem niedrigen Zinsniveaus im Euroraum hingewiesen. Die Notwendigkeit einer Zinswende sieht er derzeit jedoch offenbar nicht.

Anhebung des Zinsniveaus aktuell nicht in Sicht

Obwohl die Leitzinsen im europäischen Währungsraum bereits seit geraumer Zeit auf dem Rekordtiefstand von 0,0 Prozent liegen und für Banken, die Geld bei der EZB parken, durch den negativen Einlagezins von -0,4 Prozent inzwischen Gebühren anfallen, ist die Talsohle bei den Zinsen offenbar immer noch nicht erreicht. Wie Cœuré laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters auf einer Veranstaltung im US-amerikanischen New Haven erklärte, gebe es eine „wirtschaftliche Untergrenze“, nach deren Überschreiten die schädlichen Folgen für die Banken den Nutzen überwiegen würden. Dieser Wendepunkt sei allerdings trotz der anhalten Niedrigzinsen noch nicht erreicht. Verbraucher, die in absehbarer Zeit einen Kredit benötigen, können also davon ausgehen, auch künftig noch vom niedrigen Zinsniveau zu profitieren. Eine Veranlassung zum überhasteten Kreditabschluss gibt es nach dieser Ansage nicht. Die Niedrigzinsen könnten Cœuré zufolge noch „für eine geraume Zeit“ anhalten.

Negative Folgen der Niedrigzinsen für Banken noch im Rahmen

Was zukünftige Kreditnehmer freut, dürfte bei den Banken für Unmut sorgen. Die deutschen Geldhäuser klagen bereits seit längerem, dass es ihnen angesichts der dauerhaften Niedrigzinsen kaum noch möglich ist, über das traditionelle Kreditgeschäft – bislang eine ihrer zuverlässigsten Einnahmequellen – noch ausreichende Gewinne zu erzielen. Der EZB-Direktor sieht allerdings noch keine ernsthafte Gefährdung der Bankenbranche. „Die EZB berücksichtigt diese Risiken“, versicherte Cœuré. Derzeit liege der Einlagezins im Euroraum jedoch noch „sicher“ über der Untergrenze, ab der die schädlichen Folgen für die Bankenbrache durch Niedrigzinsen überwiegen würden, so der EZB-Direktor weiter.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung / Reuters

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