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Energiewende: Kosten für Verbaucher steigen weiter

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 29.08.2015

Steigende Energiekosten belasten Verbraucher und die Industrie immer stärker. Neuen Berechnungen zufolge bezahlt ein deutscher Durchschnittshaushalt die Energiewende mit 270 Euro im Jahr. Die Energieversorger wollen 57 Kraftwerke stilllegen, weil sie nicht mehr rentabel sind. Die Energie- und Wasserwirtschaft warnt vor Versorgungsengpässen.

Die Kosten für die Energiewende steigen immer weiter. Neue Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des „Handelsblatts“ beziffern die Belastung für Stromkunden auf insgesamt 28 Milliarden Euro. Der Anstieg der Energiekosten geht zurück auf die Förderung für erneuerbare Energien, den Netzausbau, den Aufbau einer Kapazitätsreserve und die neue Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK).

Energiekosten für Privathaushalte und die Wirtschaft steigen

Für einen Haushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden bringt die Energiewende jährliche Mehrkosten in Höhe 270 Euro mit sich, wie das IW berechnet hat. Aber nicht nur private Verbraucher stöhnen unter der Last steigender Energiepreise. „Die Folgen der Energiewende entwickeln sich zu einem bedrohlichen Standortnachteil, der Investoren abschreckt und Arbeitsplätze kostet“, sagte der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU, Carsten Linnemann, dem „Handelsblatt“. Er fordert die Regierungsparteien dazu auf, in Sachen Energiewende noch einmal nachzuarbeiten.

57 Kraftwerke sollen aus Kostengründen stillgelegt werden

Die „Bild-Zeitung“ berichtet unterdessen auf Berufung neuer Zahlen der Bundesnetzagentur, dass die Energieversorger bundesweit 57 konventionelle Kraftwerke für Gas, Kohle und Wasser abschalten wollen. Diese seien aufgrund der Energiewende nicht mehr rentabel. Stillgelegt werden sollen unter anderem Werke der Konzerne E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall sowie der Stadtwerke Bremen, Augsburg und Mainova in Frankfurt am Main.

„Auch im Kraftwerksneubau droht eine Eiszeit: Jede zweite geplante Anlage steht auf der Kippe", zitiert die „Bild-Zeitung“ Hildegard Müller, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Verbraucher haben also nicht nur zunehmend Schwierigkeiten, die Kosten für Strom und Gas in einem verträglichen Rahmen zu halten. Laut Müller könnten die geplanten Kraftwerksabschaltungen zudem zu einer Gefährdung der Versorgungssicherheit in Deutschland führen.

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