Unabhängige Finanz- und Versicherungsvergleiche

BGH schützt Erben vor unnötigen Erbschein-Kosten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 17.10.2013

Ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs stärkt die Rechte von Erben gegenüber Banken und Sparkassen. Nach der Entscheidung können Erben zukünftig die Erbschein-Kosten sparen, da das Dokument nicht standardmäßig, als Nachweis für den Anspruch auf einen Nachlass, gefordert werden darf. Wer erbberechtigt ist, kann dies auch anders nachweisen.

Erben müssen bei Banken und Sparkassen nicht unbedingt einen Erbschein vorlegen, um nachzuweisen, dass sie erbberechtigt sind. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe mit einem aktuellen Urteil, über welches die „WZ“ berichtet. Die Deutsche Kreditwirtschaft weist allerdings darauf hin, dass das Urteil den Erben nicht nur Vorteile bringt, weil in bestimmten Fällen trotzdem Erbschein-Kosten und noch weitere Gebühren anfallen können.

Wer erbberechtigt ist, kann dies ohne Erbschein nachweisen

Vererbt ein Verstorbener seinen Hinterbliebenen ein Konto oder Sparbuch, ist es nicht zwingend erforderlich dem Geldinstitut einen Erbschein vorzulegen. Das Dokument ist für Erben nicht notwendig, um erbberechtigt an die Hinterlassenschaften von Verstorbenen zu kommen, entschied der BGH (XI ZR 401/12). Das Urteil entspricht damit der Forderung einer Verbraucherschutzorganisation. Diese hatte aufgrund der teilweise hohen Erbschein-Kosten gegen eine Sparkasse geklagt, welche generell auf die Vorlage eines Erbscheins bestehen wollte. Nach dem aktuellen Urteil reicht auch ein Erbvertrag oder ein beglaubigtes Testament für Erben aus, um sich als erbberechtigt auszuweisen.

Erbschein-Kosten können dennoch anfallen

Die Deutsche Kreditwirtschaft weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass in Zweifelsfällen weiterhin ein Erbschein nötig sein kann, um den Erben als erbberechtigt einstufen zu können. Es bestehe für die Banken die Möglichkeit, das Erbe bei einem Amtsgericht zu hinterlegen. Dann würde ein Erbe auch einen Erbschein benötigen, um an den Nachlass zu kommen und die finanzielle Belastung würde aufgrund von weiteren Gebühren noch über den gewöhnlichen Erbschein-Kosten liegen. Das Urteil verbietet weiterhin nicht gänzlich das Verlangen eines Erbscheins, sondern erklärte nur die grundsätzliche Pflicht, sich mit dem Schein als erbberechtigt auszuweisen, für unzulässig.

Aktuelle Finanznews

WSI: Einkommensverteilung wird ungleicher
WSI: Einkommensverteilung wird ungleicher
Laut einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) wird die Einkommensverteilung in Deutschland immer ungleicher. Trotz guter Konjunktur sind demnach gerade arme Menschen gefährdet,...
Welche Nationen finanzielles Basiswissen haben
Welche Nationen finanzielles Basiswissen haben
In einer Studie zum finanziellen Basiswissen weltweit wurde ermittelt, dass zwei von drei Menschen nur über ein mangelhaftes Finanzwissen verfügen. Skandinavier sind besonders gut informiert, Deutschland...
Änderungen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz
Änderungen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz wird reformiert und damit stehen einige Veränderungen bei der Förderung von Ökostrom an. Das Bundeswirtschaftsministerium hat ein Papier vorgelegt, nach dem sich in Zukunft...

FinanceScout24 Newsletter

Jetzt anmelden und 100 € Amazon Gutschein gewinnen