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Erstes Fazit zum Kleingeld-Experiment in Kleve

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 31.05.2016

Im niederrheinischen Kleve läuft ein Experiment: Viele Händler runden seit einigen Monaten Beträge und verzichten auf kleine Kupfermünzen. Was in vielen anderen Ländern Alltag ist, ist hierzulande ein bislang einmaliger Versuch. Und nicht allen Klevern scheint der Verzicht auf das Kleingeld zu gefallen.

Vier Monate ist es her, dass die Stadt Kleve ein bis dato in Deutschland einmaliges Experiment wagte: den teilweisen Verzicht auf Kleingeld. Seit dem 1. Februar gehören 1- und 2-Cent-Münzen in der 49.000-Einwohner-Stadt in Nordrhein-Westfalen weitgehend der Vergangenheit an. Rund ein Drittel der Klever Einzelhändler runden auf 5-Cent-Beträge auf oder ab. Nun gibt es ein erstes Zwischenfazit.

Auswirkungen des Experiments noch nicht belegt

Ganz verschwunden sind die 1- und 2-Cent-Münzen in Kleve allerdings nicht. Nur etwa ein Drittel der Einzelhändler in der Klever Innenstadt runden zu zahlende Beträge, Filialen großer Ketten nehmen kaum teil. Die Händler, die sich an dem Experiment beteiligen, äußerten sich gegenüber der „Welt“ durchaus positiv. Und tatsächlich konnte die örtliche Sparkasse einen leichten Rückgang des Münzaufkommens feststellen, wie ihr Vorstandsmitglied Wilfried Röth gegenüber der Tageszeitung sagte. Allerdings ist nicht eindeutig zu klären, ob dies direkt auf den Verzicht auf die kleinen Kupfermünzen zurückzuführen ist, oder ob es an den jüngst eingeführten Gebühren für die Annahme von Kleingeld liegt.

Die Ankündigung der örtlichen Sparkasse, ab 2016 für das Annehmen von Kleingeld eine Gebühr von einem Cent je Münze zu erheben, hatte das Experiment erst in Schwung gebracht. Inwiefern die Händler und auch Verbraucher tatsächlich vom Verzicht auf die Kupfermünzen profitieren, soll nun gemeinsam mit der Hochschule Rhein-Waal überprüft werden. Im zweiten Schritt ist geplant, dass die Hochschule das Experiment wissenschaftlich begleitet.

Graben zwischen den Generationen beim Kleingeld

Der Großteil der Verbraucher lässt sich nach Angaben der Klever Einzelhändler bereitwillig auf das Runden ein. Vor allem jüngere Kunden würden es durchweg begrüßen, dass beim Bezahlen weniger Kupfermünzen in ihren Geldbörsen landet, wie eine Klever Verkäuferin berichtet. Anders sähe es hingegen bei älteren Kunden aus, die noch von der Maxime „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert“ geprägt seien.

Quelle: Welt

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