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Erwerbsunfähigkeit: Deutsche sorgen kaum vor

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.07.2016

Wenn das Einkommen des Hauptverdieners einer Familie wegbricht – beispielsweise aufgrund von Erwerbsunfähigkeit oder dessen Tod – drohen in vielen Fällen massive Versorgungslücken. Die staatlichen Leistungen reichen kaum aus, um den Lebensunterhalt zu sichern. Dennoch setzen sich viele Deutsche nicht mit dem Thema Einkommensabsicherung auseinander.

Lediglich 17 Prozent der Bundesbürger sind im Fall einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit versichert. Damit belegt Deutschland bei der Einkommensabsicherung im internationalen Vergleich den letzten Platz. Dies geht aus einer repräsentativen Untersuchung der Smith School der Universität Oxford hervor, die im Auftrag der Zurich Versicherungsgruppe durchgeführt wurde.

Erhebliches Informationsdefizit bezüglich Einkommensabsicherung

Im Rahmen der Studie wurde die Einkommensabsicherung im Fall von Tod, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit des Hauptverdieners untersucht – in Deutschland, Italien, Spanien, Großbritannien und der Schweiz sowie in Australien, Brasilien, Malaysia, Mexiko, den USA und in Hongkong. Dabei zeigte sich, dass die Deutschen nicht nur am wenigsten gegen Einkommensausfälle abgesichert sind. Sie sind auch am schlechtesten über die Möglichkeiten zur Einkommensabsicherung informiert. Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) gab an, nur wenig darüber zu wissen, wie sie ihr Einkommen bei Erwerbsunfähigkeit oder einer schweren Erkrankung absichern können. Noch größer war mit 55 Prozent der Anteil derjenigen, die angaben, nur sehr geringe bis keine Kenntnisse über Risikolebensversicherungen zu haben. Diese zählen neben der Berufsunfähigkeitsversicherung und der Unfallversicherung zu den typischen Maßnahmen zur Einkommensabsicherung. Gleichzeitig verfügten allerdings auch 39 Prozent der befragten Deutschen über eine Police. Höher ist der Anteil der Personen mit Risikolebensversicherung nur in Hongkong und Malaysia.

Deutsche verlassen sich auf staatliche Leistungen

Einen Grund für die spärliche Einkommensabsicherung in Deutschland vermuten die Verfasser der Studie in dem umfassenden Sozialsicherungssystem in der Bundesrepublik. Offenbar verlassen sich  viele darauf, im Fall einer Erwerbsunfähigkeit durch staatliche Leistungen ausreichend abgesichert zu sein. Dies entspricht allerdings in vielen Fällen nicht der Realität. „Das staatliche Absicherungssystem reicht längst nicht mehr aus, um den gewohnten Lebensstandard auch nur annähernd zu halten. Wir gehen davon aus, dass die staatliche Absicherung daher weiter eher ab- als zunehmen wird. Die private Vorsorge wird, insbesondere im Niedrigzinsumfeld, immer wichtiger“, so Jawed Barna, Vorstand für das Ressort Lebensversicherung der Zurich Gruppe Deutschland. Die aktuell ausbezahlte Erwerbsminderungsrente beträgt durchschnittlich 702 Euro pro Monat.

Risiko der Erwerbsunfähigkeit wird unterschätzt

Viele Deutsche unterschätzen offenbar das Risiko einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit. Laut der Studie glaubt mehr als die Hälfte der Befragten, dass die Wahrscheinlichkeit, davon getroffen zu werden, bei unter 20 Prozent liegt. Die Zahlen der  Deutschen Rentenversicherung zeichnen allerdings ein deutlich düstereres Bild. Tatsächlich liegt das Risiko einer Erwerbsunfähigkeit für Frauen bei 35 Prozent, für Männer sogar bei 39 Prozent.

Quelle: Zurich Gruppe Deutschland

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