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Eurokrise benachteiligt vor allem Jugendliche

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.11.2015

In der Eurokrise wächst die Kluft zwischen den Generationen immer weiter. Das ergab eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zur sozialen Gerechtigkeit in EU-Ländern. Jugendliche leiden am stärksten unter der Wirtschaftskrise und haben immer schlechtere Zukunftsperspektiven. Das betrifft nicht nur die Krisenländer im Süden Europas.

Die Eurokrise wirkt sich vor allem für Jugendliche negativ auf ihre soziale Situation und die Zukunftsperspektiven aus. Das ergab die jährlich durchgeführte Studie der Bertelsmann-Stiftung zur sozialen Gerechtigkeit in den EU-Ländern. Während in vergangenen Jahren die größte Kluft zwischen den eher wohlhabenden Ländern Nordeuropas und den Krisenstaaten Südeuropas lag, wird in der aktuellen Studie deutlich, dass auch der Graben zwischen Jung und Alt immer größer wird: Während immer mehr Kinder und Jugendliche in Armut aufwachsen, geht es Rentnern vergleichsweise gut.

Eurokrise beeinflusst besonders Jugendliche in Krisenländern

Rund 26 Millionen Kinder und Jugendliche innerhalb der EU sind von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, was beinahe 28 Prozent der unter 18-Jährigen entspricht. Zudem sind 5,4 Millionen junge Menschen ohne Beschäftigung oder Ausbildungsplatz. Die Armutsgefährdung ist vor allem in Spanien, Griechenland, Italien und Portugal in den Jahren der Eurokrise stark angestiegen: 2007 waren dort noch 1,2 Millionen Kinder und Jugendliche von Armut bedroht, inzwischen sind es 7,6 Millionen. Besonders stark zugenommen hat dort auch der Anteil der Arbeitslosen unter 24 Jahren: In Spanien sind es mittlerweile knapp 25 Prozent, in Italien sogar 32 Prozent. In beiden Fällen ist die Quote seit 2008 um mehrere Prozentpunkte gestiegen.

Kluft zwischen Jung und Alt auch in Deutschland

Besonders auffällig sind die Unterschiede bezüglich des Armutsrisikos zwischen den Altersgruppen: Während circa 28 Prozent der Kinder und Jugendlichen in der EU armutsgefährdet sind, beträgt der Anteil in der Altersgruppe der über 65-Jährigen nur knapp 18 Prozent und ist trotz der Eurokrise sogar um mehrere Prozentpunkte gesunken. Diese Kluft macht sich auch in Deutschland bemerkbar, wenn auch weniger stark ausgeprägt. Etwa drei Prozent der Menschen über 65 sind hierzulande von Armut bedroht, für Jugendliche ist das Armutsrisiko mit fünf Prozent deutlich höher. Im Ländervergleich zur sozialen Gerechtigkeit landet Deutschland auf dem siebten Rang und liegt damit über dem EU-Durchschnitt. Verantwortlich hierfür ist unter anderem die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt. Mit einer Beschäftigungsquote von 73,8 Prozent liegt Deutschland in diesem Bereich auf dem zweiten Platz hinter Schweden. Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit 7,7 Prozent sogar die geringste innerhalb der gesamten EU.

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