Unabhängige Finanz- und Versicherungsvergleiche

EZB warnt: Zu viele faule Kredite bei EU-Banken

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 29.03.2016

Viele europäische Banken haben das gleiche Problem: Sogenannte notleidende oder faule Kredite. Zumindest sieht das die Chefin der EZB-Bankenaufsicht, Daniele Nouy, so und will die betroffenen Geldhäuser prüfen. Ziel ist ein rascher Abbau der notleidenden Darlehen. Das Thema ist einer der fünf Aufsichtsschwerpunkte, die sich die EZB für dieses Jahr gesetzt hat.

Die oberste Bankenaufseherin der Europäischen Zentralbank (EZB) ist besorgt: Danièle Nouy macht nämlich in vielen Banken des Währungsraums faule Kredite aus, also Kredite, deren Rückzahlung ungewiss ist. Die Bankenaufseherin will diese möglichst bald aus den Büchern der Geldhäuser getilgt haben, wie das „Handelsblatt“ mit Bezug auf eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters berichtet. 

Faule Kredite belasten die Banken stark

Vor einem Ausschuss des Europa-Parlaments in Brüssel kündigte Nouy eine enge Zusammenarbeit mit den Banken an. Am Ende sollen maßgeschneiderte Pläne stehen. Dies würde allerdings seine Zeit brauchen. „Über die nächsten paar Jahre können aber gute Fortschritte erwartet werden“, erklärte Danièle Nouy. Gleichzeitig machte sie klar, dass dieses Thema einer der fünf Aufsichtsschwerpunkte sei, die sich die EZB für 2016 vorgenommen hat. Warum diese Eile? „Faule Kredite belasten die Profitabilität und das Kapital, sie bremsen die Fähigkeit der Banken, neue Kredite an Kunden zu vergeben“, sagte die oberste Bankenaufseherin, der Nachrichtenagentur Reuters. 

Manche EU-Länder bremsen rasche Lösung aus

Immerhin habe sich die Lage der Branche 2015 etwas verbessert, doch die vielen notleidenden Darlehen seien weiterhin eine große Belastung. Einer raschen Lösung stünden beispielsweise ineffektive Insolvenzgesetze mancher EU-Staaten im Weg. Zusätzlichen Druck auf die Gewinnaussichten übten die niedrigen Zinsen aus. „Mittelfristig könnte dies die Tragfähigkeit einiger Geschäftsmodelle beeinflussen“, warnte Europas oberste Bankenaufseherin.

Der Leitzins liegt seit dem 10. März 2016 zum ersten Mal in der Geschichte des Euros bei 0,0 Prozent. Faule Kredite einfach in großem Stil abzuschreiben, hält Danièle Nouy jedoch für keine gute Idee. Sie sei skeptisch, ob ein einzelnes Werkzeug auf unterschiedliche Situationen passe. 

Aktuelle Finanznews

Kartenzahlungen weltweit auf neuem Höchststand
Kartenzahlungen weltweit auf neuem Höchststand
„Ich zahle mit Karte!“. Während diese Ansage im Bargeldland Deutschland gelegentlich immer noch für genervtes Augenrollen in den Kassenschlangen sorgt, ist bargeldloses Bezahlen weltweit auf dem Vormarsch....
Höhere Netzentgelte: Strom wird 2017 teurer
Höhere Netzentgelte: Strom wird 2017 teurer
Viele Verbraucher müssen sich für 2017 auf höhere Strompreise einstellen: Zwei große Energieversorger wollen die Netzentgelte im kommenden Jahr deutlich erhöhen. Zu erwarten sind durchschnittliche Mehrkosten...
Finanzverwaltung warnt vor Phishing-Mails
Finanzverwaltung warnt vor Phishing-Mails
Online-Betrüger haben offenbar deutsche Steuerzahler als vielversprechende neue Zielgruppe entdeckt. Aktuell tauchen vermehrt Phishing-Mails von vermeintlichen Finanzämtern auf, die die Empfänger zur Preisgabe...

FinanceScout24 Newsletter

Jetzt anmelden und 100 € Amazon Gutschein gewinnen