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Falscher SCHUFA-Eintrag: Klage gegen Bausparkasse

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 21.03.2016

Ein unrechtmäßiger SCHUFA-Eintrag hat einem Investor ein lukratives Immobiliengeschäft vereitelt. Denn keine Bank wollte ihm wegen angeblich schlechter Bonität einen Kredit geben. Jetzt fordert der Mann von der BHW-Bausparkasse Schadensersatz. Sie ist hatte ihn wegen mangelnder Zahlungsmoral bei der SCHUFA gemeldet.

Ein falscher SCHUFA-Eintrag hat zur Klage eines Bausparers gegen die BHW Bausparkasse geführt, die kürzlich vor dem Landgericht Dortmund verhandelt wurde. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, fordert der Kläger von der BHW Schadenersatz in Höhe von 100.000 Euro. Er macht die Bausparkasse für einen falschen Eintrag in seinen Schufa-Daten verantwortlich, der zur Folge hatte, dass ihm ein lukratives Immobiliengeschäft aufgrund vermeintlich mangelnder Bonität entging.

SCHUFA-Eintrag mit schwerwiegenden Folgen

Der Anlass des Rechtsstreits geht bis ins Jahr 2008 zurück. Damals löste der heutige Kläger bei der BHW einen Kredit in Höhe von insgesamt 650.000 Euro ab. Er beglich die Restschuld von 300.000 Euro und hielt die Sache für erledigt. Schließlich hatte die Bausparkasse alle Modalitäten selbst berechnet. Doch nach drei Wochen wollte sie weitere 1.800 Euro von ihrem Kreditnehmer. Grund der Nachzahlung: Die Kasse hatte sich angeblich bei ihrer eigenen Kalkulation vertan.

Das wollte der Mann nicht akzeptieren und lehnte die Forderung standhaft ab, berichtet das „Handelsblatt“. Nach jahrelangem Streit und Schriftwechsel meldete die BHW schließlich im September 2011 der Wirtschaftsauskunftei SCHUFA ein Zahlungsversäumnis zu Lasten des Mannes. Der erfuhr erst später davon und forderte im Dezember 2011 über seinen Anwalt die Bausparkasse dazu auf, diesen SCHUFA-Eintrag zurückzuziehen. Eine Reaktion darauf erhielt er nicht.

Banken verweigern Kredit aufgrund nicht ausreichender Bonität

Als der Kläger im Juni 2012 ein günstiges Mehrfamilienhaus kaufen wollte, verweigerten ihm mehrere Banken die dafür benötigten Immobilienkredit. Der SCHUFA-Eintrag bestand nämlich weiterhin und damit auch der Zweifel an der Bonität des Klägers. Er insistierte erneut bei der BHW, die nun seiner Aufforderung nach Löschung des SCHUFA-Eintrags sofort nachkam. Doch für den geplanten Hauskauf kam das zu spät. Jetzt fordert der Kläger Schadensersatz von der BHW und macht für die Berechnung verpasste Mieteinnahmen sowie den entgangenen Vermögenszuwachs wegen gestiegener Immobilienpreise geltend.

Seine Chancen nach einer ersten Vergleichsrunde vor dem Landgericht Düsseldorf stehen nicht schlecht. Denn, so die Richter, der ursächliche SCHUFA-Eintrag sei nach derzeitiger Sachlage widerrechtlich gewesen. Und zwar unabhängig davon, ob die Nachforderung von 2008 berechtigt gewesen sei oder nicht.

Ohne Vorwarnung sind SCHUFA-Einträge nicht rechtens

Denn ein SCHUFA-Eintrag darf nicht aus heiterem Himmel kommen, erklärt das „Handelsblatt“. Wer eine Rechnung nicht fristgemäß begleicht, der muss vom Gläubiger wenigstens zweimal angemahnt worden sein. Und mindestens vier Wochen vor einem geplanten SCHUFA-Eintrag ist dieser dem säumigen Zahler anzukündigen. Zumindest Letzteres hat die BHW versäumt und somit unrechtmäßig Zweifel an der Bonität des Klägers geschürt.

Der geschilderte Fall mag ein extremes Beispiel sein, doch eine Seltenheit sind falsch oder ungerechtfertigte SCHUFA-Einträge nicht. 350.000 Anfragen und Meldungen gehen bei der SCHUFA jeden Tag ein. Die GP Forschungsgruppe hat im Mai 2015 festgestellt, dass jede vierte davon Mängel aufweist. Viele davon bleiben folgenlos, aber manche können zu schwerwiegenden Konsequenzen führen.

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