Unabhängige Finanz- und Versicherungsvergleiche

Mifid II: Neue EU-Regeln für Finanzberater

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 25.04.2014

Die EU hat neue Regeln für Finanzberater verabschiedet. Statt auf ein pauschales Provisionsverbot setzt die EU auf deutlich mehr Transparenz. In Zukunft sollen Kunden informiert werden, ob ihr Berater unabhängig ist oder nicht. Zusätzlich dürfen besonders komplexe Anlageprodukte nur noch beschränkt an private Anleger vermittelt werden.

Das Europäische Parlament hat nach Informationen von „Cash-online“ in einer aktuellen Plenarsitzung die überarbeitete Version der „Markets in Financial Instruments Directive“ (Mifid II) verabschiedet. Damit beendet die EU auch die Diskussion um Provisionen und Interessenkonflikte für Finanzberater. Zukünftig müssen Kunden darüber informiert werden, ob und von wem ihr Berater bei Vertragsabschluss Geld bekommt.

Unabhängige und nicht-unabhängige Finanzberater

Durch Mifid II werden Finanzberater dazu verpflichtet offenzulegen, ob sie unabhängig und frei von Interessenkonflikten arbeiten. Verdient ein Vermittler von Finanzprodukten über Honorare und ist dadurch nicht von Verkauf und Provisionen bestimmter Produkte abhängig, kann ein Kunde sicher sein, dass auch die Beratung entsprechend unabhängig ist. Mit dieser Regelung sorgt die EU für mehr Transparenz bei der Anlageberatung. Das diskutierte Vorhaben, Provisionen ganz zu verbieten, wurde damit umgangen. Finanzberater, die sich als unabhängig bezeichnen, müssen allerdings vollständig auf Provisionen verzichten und dürfen diese auch nicht an ihre Kunden weitergeben.

Vermittlung komplexer Finanzprodukte wird eingeschränkt

Eine weitere Mifid II-Richtlinie sieht vor, dass Finanzberater komplizierte Finanzprodukte nicht uneingeschränkt privaten Anlegern vermitteln dürfen. Die Richtlinie unterscheidet komplexe und nicht-komplexe Anlageprodukte wie folgt: Die komplexen müssen grundsätzlich ausführlich und verständlich erklärt werden, während einfachere Finanzprodukte mit weniger Beratungsaufwand vertrieben werden dürfen.

Die Mifid II-Richtlinie muss noch vom Europäischen Rat angenommen werden. Sie könnte noch im Laufe dieses Jahres in Kraft treten.

Fanden Sie den Artikel interessant?
Melden Sie sich doch für unseren Newsletter an! Wir informieren Sie regelmäßig über aktuelle Branchen-Nachrichten und Sparmöglichkeiten.
Jetzt Newsletter abonnieren

Aktuelle Finanznews

Kartenzahlungen weltweit auf neuem Höchststand
Kartenzahlungen weltweit auf neuem Höchststand
„Ich zahle mit Karte!“. Während diese Ansage im Bargeldland Deutschland gelegentlich immer noch für genervtes Augenrollen in den Kassenschlangen sorgt, ist bargeldloses Bezahlen weltweit auf dem Vormarsch....
Höhere Netzentgelte: Strom wird 2017 teurer
Höhere Netzentgelte: Strom wird 2017 teurer
Viele Verbraucher müssen sich für 2017 auf höhere Strompreise einstellen: Zwei große Energieversorger wollen die Netzentgelte im kommenden Jahr deutlich erhöhen. Zu erwarten sind durchschnittliche Mehrkosten...
Finanzverwaltung warnt vor Phishing-Mails
Finanzverwaltung warnt vor Phishing-Mails
Online-Betrüger haben offenbar deutsche Steuerzahler als vielversprechende neue Zielgruppe entdeckt. Aktuell tauchen vermehrt Phishing-Mails von vermeintlichen Finanzämtern auf, die die Empfänger zur Preisgabe...

FinanceScout24 Newsletter

Jetzt anmelden und 100 € Amazon Gutschein gewinnen