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Finanzmärkte: Der demografische Wandel wird kommen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 31.01.2016

Der demografische Wandel wird ab 2016 Fahrt aufnehmen. Zum ersten Mal wächst der Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung nicht weiter. Diese Entwicklung werde sich auch auf den Finanzmärkten bemerkbar machen, prognostizieren Experten. Deutsche Anleger und Sparen können die Folgen ebenso zu spüren bekommen.

Der demografische Wandel wird ab diesem Jahr nach Einschätzung von Experten das Weltgeschehen in vielen Bereichen in eine neue Richtung lenken – auch die Finanzmärkte dürften betroffen sein. Wie die „Welt“ berichtet, wird 2016 die Gruppe der arbeitsfähigen Bevölkerung in den wohlhabenden Industrienationen erstmalig kleiner werden. In den kommenden Jahren soll sich diese Entwicklung zudem weiter beschleunigen. Dieser demografische Wandel wird laut Experten auch für deutsche Anleger spürbare Auswirkungen haben.

Analoge Entwicklung von Wirtschaftswachstum und Zahl der Erwerbstätigen

Laut dem aktuellen Bevölkerungsbericht der Vereinten Nationen (UN) lebten im vergangen Jahr 931.329.000 Menschen zwischen 15 und 64 Jahren in den wohlhabenden Staaten der Erde. 2014 waren es 109.000 Personen weniger. Doch dieser Zuwachs wird Prognosen zufolge der vorerst Letzte gewesen sein. In den kommenden fünf Jahren erwarten Experten für diese Altersgruppe einen Rückgang von insgesamt 2,8 Millionen. Bis 2050 soll es sogar fast 50 Millionen weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter geben.

Für Finanzmärkte ist dies insofern von Bedeutung, als dass sich die Wirtschaft parallel zur Bevölkerung entwickelt. Einer Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey zufolge lässt sich etwa die Hälfte des Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahrzehnte auf die zunehmende Zahl erwerbstätiger Menschen zurückzuführen. Dementsprechend könnte das Wirtschaftswachstum infolge des demografischen Wandels in den kommenden 40 Jahren um 40 Prozent niedriger ausfallen, so die Prognose des Beratungsunternehmens.

Produktivitätseinbußen im Zuge des demografischen Wandels

Der demografische Wandel wird zu einer veränderten Altersstruktur in der Arbeitnehmerschaft führen: Zunehmend mehr älteren Arbeitnehmern stehen immer weniger Jüngere gegenüber. Dieser Umstand könnte Ökonomen zufolge zu Einbußen bei der Produktivität führen. Zudem dürfte das knappere Angebot an Arbeitskräften zu höheren Lohnkosten für Unternehmen führen. Infolgedessen würden Firmen künftig verstärkt in die Automatisierung ihrer Produktion investieren und damit die Nachfrage nach Krediten an den Finanzmärkten ankurbeln, so die Einschätzung von Manoj Pradhan, Ökonom des US-amerikanischen Bankhauses Morgan Stanley.

Auswirkungen des demografischen Wandels auf Finanzmärkte

Zudem werde der demografische Wandel dazu führen, dass weniger gespart wird, prognostiziert Pradhan. Denn Sparer sind vor allem unter den Erwerbstätigen zu finden, im Alter werden Ersparnisse eher aufgebraucht. Weitere Rücklagen werden dann in der Regel eher weniger gebildet.

Pradhan zufolge hat dies Auswirkungen auf die Finanzmärkte: Seiner Einschätzung nach wird die geringere Sparneigung in Kombination mit der gestiegenen Kreditnachfrage zu einem Anstieg des Zinsniveaus führen. Dies bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass Spareinlagen wie Tagesgeld oder Festgeld unterm Strich wieder höhere Renditen abwerfen. Denn aufgrund der gestiegenen Löhne wird auch die Inflation wieder steigen, sagt der US-Banker voraus. Auch für Anleger, die in ihrem Depot in erster Linie auf Wertpapiere setzen, könnten die höheren Kosten der Unternehmen für Löhne und Kredite zu geringeren Renditen führen.

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