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CDU/CSU treibt Pläne zur Flexi-Rente weiter voran

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.03.2015

Seit vergangenem Sommer haben ältere Arbeitnehmer die Möglichkeit, ihren Eintritt in den Ruhestand nach hinten zu verschieben und in einem befristeten Beschäftigungsverhältnis weiterzuarbeiten. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion soll sich einem Medienbericht zufolge auf ein Modell zur Flexi-Rente geeinigt haben. Doch wie sieht die Umsetzung eigentlich in der Praxis aus?

Ältere Arbeitnehmer, die sich entschließen, nach dem Eintritt ins Rentenalter weiterzuarbeiten, sollen künftig weiter in die Rentenkasse einzahlen können und damit eine Erhöhung der monatlichen Rentenzahlungen erreichen. So soll der konkrete Entwurf der CDU/CSU zum Thema Flexi-Rente lauten, berichtet die „Saarbrücker Zeitung“.

Noch keine Einigung in der Großen Koalition über Flexi-Rente

Bislang zahlen nur die Arbeitgeber weiter in die Rentenkasse ein – dadurch erhöhen sich die Rentenansprüche jedoch nicht zusätzlich. Der Koalitionspartner SPD zeigt sich noch skeptisch bezüglich des von der CDU/CSU vorgeschlagenen Modells: Der Rentenkasse würde dadurch Geld entzogen, merkt die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Sozialdemokraten Katja Mast an. Aus diesem Grund müsse der Vorschlag der Union zunächst finanziell geprüft werden. Sollten die Pläne der Unionsfraktion zur Flexi-Rente in Kraft treten, würde bei einem weiteren vollen Arbeitsjahr die monatliche Rente für Durchschnittsverdiener im Westen Deutschlands um knapp 29 Euro und im Osten um rund 26 Euro ansteigen, so berichtet die Tageszeitung weiter.

Seit Juli 2014 Weiterbeschäftigung rentenfähiger Arbeitnehmer möglich

Seit Monaten berät eine Arbeitsgruppe der Großen Koalition darüber, eine Beschäftigung über das Renteneintrittsalter hinaus für Arbeitnehmer attraktiver zu gestalten. Seit dem 1. Juli 2014 haben ältere Arbeitnehmer die Möglichkeit, im Rentenalter befristet weiterbeschäftigt zu werden. Jedoch muss die Weiterbeschäftigung bereits festgelegt werden, ehe der Mitarbeiter in den Ruhestand eingetreten ist. Anschließend können befristete Verträge dieser Art mehrfach hintereinander geschlossen werden.

Umfrage: Flexi-Rente wird bislang kaum genutzt

In der Praxis wird die Flexi-Rente bislang jedoch kaum in Anspruch genommen, ergab eine Umfrage der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) unter mehreren Arbeitgeberverbänden. Dies liege vor allem darin begründet, dass noch viele rechtliche Unsicherheiten bestehen. So ist zum Beispiel derzeit nicht geklärt, wie es um die Höchstdauer der Befristung steht oder wie viele Befristungen nacheinander möglich sind. Außerdem lasse sich der Rentenbeginn nur dann nach hinten verschieben, „wenn im Arbeitsverhältnis eine Regelaltersgrenze vereinbart wurde“, merkte Petra Lindemann, Geschäftsführerin Tarifpolitik und Arbeitsrecht im Bundesarbeitgeberverband Chemie, im Gespräch mit der SZ an.

Die Koalitions-Arbeitsgruppe zur Flexi-Rente dürfte mit der Einigung innerhalb der Union vor weiteren Diskussionen stehen, ehe es zu einem Konsens kommt. Nach wie vor gilt daher, dass sich Arbeitnehmer nicht auf die gesetzliche Rente allein verlassen sollten. Ohne private Vorsorge, beispielsweise in Form eines Riester-Vertrags oder einer Kapitallebensversicherung, droht trotz Erhöhung der Rentenzahlungen durch längeren Verbleib im Job häufig eine Finanzierungslücke im Alter.

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