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Fonds könnten zukünftig nicht mehr steuerfrei sein

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.08.2015

Wer in deutsche Fonds anlegt, muss damit rechnen, dass diese bald nicht mehr steuerfrei sein werden. Aufgrund der europäischen Rechtslage strebt das Bundesfinanzministerium eine Änderung des Investmentsteuergesetzes an. Bisher erhielten Anleger die Steuer auf in Deutschland beheimate Publikumsfonds zurückerstattet. Ausländische Anleger sind daher benachteiligt.

Um das deutsche Gesetz an Europarecht anzupassen, will das Bundesfinanzministerium das sogenannte Transparenzprinzip aufheben, berichtet das Branchenmagazin „Fonds Professionell“. Ein Diskussionsentwurf für die Reform sei bereits in den Bundestag eingebracht worden.

Ausländische Anleger dürfen nicht benachteiligt werden

Nach dem Transparenzprinzip werden nicht Fonds mit Steuern belastet, sondern die Anleger. Diese erhalten in Deutschland die Kapitalertragssteuer in Höhe von 15,825 Prozent auf Dividenden deutscher Unternehmen und Einkünfte aus deutschen Immobilien vom Fiskus zurückerstattet. Ausländische Anleger bleiben dagegen auf der Steuer sitzen und sind entsprechend benachteiligt. Daher ist das Investmentsteuergesetz in seiner jetzigen Form nicht konform mit dem Europarecht, das die Gleichbehandlung aller EU-Bürger vorschreibt.

Fonds drohen über 15 Prozent Steuern

In Wolfgang Schäubles Ministerium wird daher durchgespielt, wie das deutsche Steuerrecht an die EU-Regeln angepasst werden kann. Der eingebrachte Entwurf sieht vor, dass in Deutschland beheimatete Fonds ebenfalls mit einer Steuer von 15,825 Prozent auf Dividenden und Immobilieneinkünfte belastet werden sollen. Im Gegenzug soll es andere Steuererleichterungen für Anleger geben, zum Beispiel dann, wenn ein Fonds mehrheitlich in Aktien oder Immobilien investiert. Kritiker befürchten, dass das ohnehin als sehr komplex geltende deutsche Steuerrecht weiter verkompliziert werde und deutsche Fonds unattraktiver würden. Bis 1. September sollen nun zunächst die Verbände Stellung zu dem Entwurf beziehen.

Fonds zur Altersvorsorge nicht vom Gesetzesentwurf betroffen

Die Änderungen betreffen die Publikumsfonds, also die Fonds, in die Privatanleger in Deutschland investieren können. Darunter fallen zum Beispiel klassische Wertpapierfonds, Indexfonds (ETFs) und Immobilienfonds. Nicht betroffen wären Vorsorgefonds für die Rürup- und die Riester-Rente.

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