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Hoher Frankenkurs: Schweizer horten ihr Bargeld

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 17.06.2015

Damit der Schweizer Franken nicht noch weiter im Kurs steigt, hat die Nationalbank im Januar Negativzinsen verhängt. Die Folge ist, dass die Eidgenossen immer mehr Bargeld horten. Vor allem Großanleger wie die Schweizer Pensionskassen denken darüber nach, ihre Bankkonten zu leeren. Profiteure sind Diebstahlsversicherer, Tresorhersteller und Sicherheitsdienstleister.

1.000 Schweizer Franken sind rund 950 Euro wert. Als Bargeld für die Supermarktkasse eignet sich dieser lilafarbene Geldschein damit kaum. Dennoch horten die Eidgenossen so viele Exemplare dieser wertvollsten Banknote der Welt wie noch nie. Die Bank Credit Suisse beziffert laut „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ allein von Januar bis März einen Anstieg dieser Banknoten im Umlauf um acht Prozent. In Zahlen ausgedrückt heißt dies, dass 41,3 Millionen Exemplare der 1.000-Franken-Note in der Bevölkerung unterwegs sind – insgesamt also 41,3 Milliarden Euro an Bargeld in dieser Stückelung.

Mit Strafzinsen gegen eine weitere Franken-Aufwertung

Der Grund dafür sind die Strafzinsen, welche die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Januar verhängt hat. Wer mehr als den Freibetrag auf einem Girokonto der Bank liegen hat, muss 0,75 Prozent Zinsen berappen. Diese Neuerung trifft vor allem Großkunden wie Pensionskassen hart, denn ihre Rücklagen übersteigen die Freibeträge deutlich. Mit dem Negativzins bezwecken die Nationalökonomen, dass nicht noch mehr Investoren Schweizer Bankkonten als sicheren Hafen nutzen und den Kurs des Schweizer Franken weiter in die Höhe schnellen lassen.

Der Ökonom Maxime Botteron von der Credit Suisse hat bereits beobachtet, dass die Bankguthaben der Pensionskassen zurückgegangen sind. Auch wenn unklar ist, ob die Großkunden ihr Kapital stattdessen in Aktien oder Bargeld umschichten. Profitabel ist das Bargeldhorten der Schweizer jedenfalls für Versicherungsgesellschaften, die gegen das Risiko eines Diebstahls absichern, Tresorhersteller sowie für Geldtransport-undSicherheitsdienstleister.

Auch im Euro-Raum ist mehr Bargeld im Umlauf

Das Phänomen ist nicht nur in der Schweiz, sondern auch in anderen europäischen Ländern zu beobachten. Im Euro-Raum ist ebenfalls mehr Bargeld denn je im Umlauf. Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt an, dass 610 Millionen Exemplare der 500-Euro-Note in der Bevölkerung unterwegs sind. Und die Bundesbank hat in den vergangenen Jahren durchschnittlich um 20 bis 30 Milliarden Euro mehr an Bargeld herausgegebenen als in den Jahren zuvor. Der größte Teil davon soll allerdings ins Ausland oder ins tägliche Geschäft geflossen sein. Nur etwa 20 Prozent des Bargelds seien aktuellen Schätzungen zufolge im Tresor oder im privaten Sparstrumpf gelandet. Die Gründe für das Leerräumen der Konten sind hierzulande vor allem die niedrigen Zinsen für Spareinlagen sowie die Angst vor einem Schuldenschnitt für Krisenländer. In Griechenland fürchten hingegen viele Einwohner einen Staatsbankrott und heben deshalb massenhaft Bargeld ab. 

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