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Gefahr für Finanzmärkte durch die Klimapolitik?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.06.2015

Die Klimapolitik der G7-Staaten könnte dafür sorgen, dass bestimmte Unternehmen stark an Wert verlieren. Einige Experten fürchten eine Überbewertung von Öl- und Energieunternehmen, die zu einem Zusammenbruch der Finanzmärkte führen könnte. Nach einer Anfrage der Grünen hat sich jetzt auch die Bundesregierung dieser Thematik angenommen.

Konzerne, deren Geschäftsmodelle in erster Linie auf fossile Brennstoffe setzen, könnten massiv unter den Folgen der aktuellen Klimapolitik zu leiden haben. Die Bundesregierung ruft Banken jetzt zur Vorsicht bei Investments in derartige Unternehmen auf, um eine mögliche Überbewertung derartiger Unternehmen, in Fachkreisen „Carbon Bubble“ (zu Deutsch: Kohlenstoff-Blase), zu vermeiden. Dies geht nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor.

Crash der Finanzmärkte durch Börsenkorrektur überbewerteter Konzerne?

Vertreter der sogenannten „Carbon Bubble“-These gehen davon aus, dass eine plötzliche Kurswertkorrektur von überbewerteten Energie- und Ölkonzernen zu einem Zusammenbruch der Finanzmärkte führen könnte. Noch ist allerdings unklar, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario ist. Dennoch nimmt die Regierung diese Bedenken ernst: „Die Bundesregierung unterstützt eine ergebnisoffene Prüfung, um festzustellen, inwieweit aus einer möglichen „Carbon Bubble“ tatsächliche Finanzstabilitätsrisiken resultieren können“, heißt es in dem Gutachten. Die Finanzwirtschaft selbst hatte in der vergangenen Woche die Politik um eine Ansage gebeten. „Wir glauben, der Klimawandel ist das größte systemische Risiko, dem wir gegenüberstehen“, konstatierten 120 Manager wichtiger Investmentfonds. Vor dem G-7-Finanzministertreffen in der vergangenen Woche hatten sie von den Ministern gefordert, klare Signale für Investitionen in eine CO2-neutrale Wirtschaft zu setzen. Für Privatanleger gibt es bislang allerdings noch keinen handfesten Grund, entsprechende Wertpapiere aus Ihrem Depot zu verbannen.

Zwei Prozent der deutschen Kreditvergabe an betroffene Unternehmen

Beim anstehenden G-7-Gipfel in Elmau wird Klimaschutz ebenfalls ein wichtiges Thema sein. Klimapolitische Entscheidungen wie der erzwungene Verzicht auf fossile Brennstoffe könnten den Wert von Öl- und Energiekonzernen beträchtlich sinken lassen. Allerdings hatten deutsche Kreditinstitute und ihre Tochtergesellschaften nach Informationen der Bankenaufsicht Ende 2014 nur zwei Prozent des gesamten Kreditvolumens an Öl- und Gasproduzenten, mineralölverarbeitende Unternehmen, Energieversorger und Kokereien vergeben. Auch wenn es sich insgesamt um einen Finanzierungsumfang von 151 Milliarden Euro handelt, „sieht die deutsche Bankenaufsicht bisher insgesamt kein erhöhtes Finanzstabilitätsrisiko infolge einer plötzlichen Abwertung von Vermögenswerten des fossilen Sektors“, so der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Michael Meister (CDU).

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