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Geld: Beim Finanziellen ticken Frauen anders

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 08.03.2016

Wenn es um Geld geht, gibt es nach wie vor geschlechtsspezifische Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Das betrifft die jeweilige Anlagestrategie ebenso wie die Bereitschaft, Finanzierungsmöglichkeiten zu nutzen, wenn das eigene finanzielle Polster nicht für Anschaffungen reicht. Eine aktuelle Studie zeigt die Unterschiede und sieht zumindest ein Geschlechterklischee bestätigt.

In Sachen Geld ticken Frauen anders als Männer. Das zeigt eine aktuelle Auswertung von Kundendaten, die die Targobank anlässlich des Weltfrauentags am 8. März veröffentlicht hat. Auch 67 Jahre nach der Verankerung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern im deutschen Grundgesetz gibt es noch deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen, wenn es um das Finanzielle geht.

Konservative Anlagestrategie: Frauen vermeiden Risiken bei Geld

Frauen verdienen nicht nur nach wie vor weniger – im Schnitt liegt ihr Bruttolohn in der Bundesrepublik um mehr als 21 Prozent unter dem von Männern – sie gehen auch anders mit ihrem Geld um, wie die Targobank-Untersuchung zeigt. So sind Frauen bei der Geldanlage deutlich weniger risikofreudig als männliche Anleger. 23 Prozent setzten im untersuchten Zeitraum von zwei Jahren auf konservative Anlagestrategien und investierten beispielsweise in festverzinsliche Wertpapiere. Männer hingegen entschieden sich beim Finanziellen verstärkt für Wachstum und legten Geld risikofreudiger an.

Während mit zwölf Prozent nur halb so viele Männer wie Frauen ihr Geld risikobewusst anlegten, verfolgten acht Prozent der Männer sogar eine sehr risikofreudige Anlagestrategie. In ihren Depots landeten neben klassischen Wertpapieren und Aktienfonds mitunter auch spekulative Anleihen, die zwar große Renditechancen bieten, aber auch mit einem hohen Verlustrisiko verbunden sind. Mit nur vier Prozent verfolgten nur halb so viele Frauen wie Männer eine solch risikofreudige Anlagestrategie.

Geschlechterklischee bestätigt: Frauen finanzieren Möbel, Männer den Fernseher

Es gibt allerdings auch finanzielle Bereiche, in denen Frauen aufholen. Dies ist zum Beispiel in einem Bereich der Fall, der vielfach als Männerdomäne bewertet wird, nämlich bei der Kfz-Finanzierung. Der Anteil der Frauen, die ein Auto finanzieren, ist im vergangenen Jahr um vier Prozent auf 25 Prozent gestiegen. Allerdings geben Frauen dabei deutlich weniger Geld für ein Auto aus als Männer, im Schnitt sind von Frauen finanzierte Fahrzeuge um 20 Prozent günstiger und haben rund 20 PS weniger. Die von Frauen für den Autokauf aufgenommenen Kreditsummen sind durchschnittlich um 14 Prozent niedriger als die von Männern.

Grundsätzlich zeigen sich Frauen zurückhaltender bei Finanzierungen. Wenn die eigenen finanziellen Mittel für Anschaffungen nicht reichen, sind Händlerfinanzierungen für Frauen seltener eine Option als für Männer. Nur 40 Prozent der Finanzkaufkredite wurden von Frauen in Anspruch genommen, 60 Prozent von Männern. Das Klischee der shoppingwütigen Frau ist hiermit also widerlegt. Beim Verwendungszweck von Händlerfinanzierungen hingegen gelten offenbar noch die alten Geschlechterklischees: Frauen finanzieren vor allem Möbel, Männer verstärkt Unterhaltungselektronik.

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