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Gender Pay Gap: Weiter weniger Gehalt für Frauen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.03.2015

An dem Gesetzesentwurf zu transparenten Einkommen scheiden sich derzeit die Geister. Dabei ist das Thema höchst aktuell: Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum sogenannten „Gender Pay Gap“ zeigen, dass die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen nach wie vor groß sind. 2014 verdienten Frauen rund ein Fünftel weniger als ihre männlichen Kollegen.

Im vergangenen Jahr erhielten Frauen im Durchschnitt 22 Prozent weniger Gehalt für ihre Arbeit als Männer – das ergab die jüngste Auswertung des Statistischen Bundesamts zum sogenannten „Gender Pay Gap“ (auf Deutsch etwa: geschlechtsspezifisches Lohngefälle). Damit bleiben die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt konstant - allerdings gilt dies nicht für alle Teile der Republik.

In Ostdeutschland nehmen Lohnunterschiede zu

Die aktuelle Untersuchung hat ergeben, dass der durchschnittliche Bruttostundenlohn von Männern 20,20 Euro beträgt, Frauen verdienen im Durchschnitt 15,83 Euro pro Stunde. Im Westen der Bundesrepublik ist das geschlechtsspezifische Lohngefälle dabei deutlich stärker ausgeprägt als in den ostdeutschen Bundesländern: Hier erhalten Frauen für ihre Arbeit 23 Prozent weniger Geld als ihre männlichen Arbeitskollegen – im Osten sind es lediglich neun Prozent weniger. Obwohl immer noch vergleichsweise niedrig, ist das Gender Pay Gap in den ostdeutschen Bundesländern seit 2009 jedoch um drei Prozentpunkte gestiegen.

Gender Pay Gap in Deutschland

Jahr Gesamt West Ost
2014 22% 23% 9%
2013 22% 23% 8%
2012 22% 24% 8%
2011 22% 24% 7%
2010 22% 24% 7%
2009 23% 24% 6%
2008 23% 24% 6%
2007 23% 24% 6%
2006 23% 24% 6%

Quelle: Statistisches Bundesamt „Unbereinigter Gender Pay Gap für die Jahre 2006 bis 2014“

Gründe für Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen

Der Anstieg des Gender Pay Gaps im Osten Deutschlands lasse sich auf die Unterschiede bei den Verdienstzuwächsen der einzelnen Branchen zurückführen, erklärten die Statistiker. Die Löhne der Beschäftigten im männerdominierten verarbeitenden Gewerbe sind zwischen 2009 und 2013 in den neuen Bundesländern um fast zwölf Prozent gestiegen. Im Gesundheits- und Sozialbereich, wo in der Regel überwiegend Frauen tätig sind, gab es in diesem Zeitraum hingegen nur einen Gehaltsanstieg von 6,7 Prozent.

Generell bekleiden Frauen seltener Führungspositionen als Männer und arbeiten häufiger in Teilzeit. Im Schnitt sind sie kürzer in ihren Berufen tätig, da sie meist die Kindererziehung übernehmen und dafür zumindest zeitweise aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Im konkreten Vergleich von Frauen und Männern mit ähnlicher Qualifikation und ähnlichem Beruf beträgt die Differenz beim Stundenlohn dennoch sieben Prozent. Um gegen die bestehenden Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen vorzugehen, plant Bundesfamilienministerin Schwesig (SPD) ein Gesetz, das Einkommen transparenter werden lassen soll.

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