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Gericht: Krankenkassen-Bonus ist steuerfrei

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.07.2015

Wer regelmäßig zur Vorsorge geht, erhält am Ende des Jahres einen Krankenkassen-Bonus. Dieser ist steuerfrei, bestätigte nun das Finanzgericht Rheinland-Pfalz. Das Finanzamt darf demnach die Rückzahlung nicht vom absetzbaren Krankenkassenbeitrag abziehen. Nun muss der Bundesfinanzhof entscheiden.

Wer gesetzlich versichert ist, kann einen Krankenkassen-Bonus erhalten, wenn er bestimmte Auflagen erfüllt. Wer beispielsweise regelmäßig zur Vorsorge geht, nachweislich Sport treibt, abnimmt oder mit dem Rauchen aufhört, erhält bei vielen Krankenkassen Geld zurück. Diese Erstattungen sind nach einem aktuellen Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz (Az.: 3 K 1387/14) steuerfrei. Wie die „Welt“ berichtet, ist die gängige Praxis der Finanzämter demnach teilweise unzulässig.

Boni werden häufig nicht steuerfrei behandelt

Im konkreten Fall ging es um eine Frau, die an dem Bonusprogramm „Vorsorge PLUS“ teilgenommen und dafür 150 Euro von ihrer gesetzlichen Krankenkasse zurückerhalten hatte. Sie ging nicht nur regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen, die sie teilweise privat bezahlte, sondern schloss auch Mitgliedschaften im Fitnessstudio sowie im Sportverein ab und gab zudem Geld für Nahrungsergänzungsmittel aus. Ihre Krankenkassenbeiträge wollte die Arbeitnehmerin ordnungsgemäß als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Da sie jedoch Geld von der Krankenkasse zurückerhalten hatte, kürzte das Finanzamt den abzugsfähigen Beitrag um eben diese 150 Euro.

Krankenkassen-Bonus ist keine reine Rückerstattung

Nach Ansicht der Finanzrichter in Rheinland-Pfalz war dieses Vorgehen nicht rechtens. Bei dem Krankenkassen-Bonus handele es sich ihrer Bewertung nach nämlich nicht um eine reine Rückerstattung. Schließlich hätte die Frau dafür eine Gegenleistung in Form zusätzlicher Gesundheitsmaßnahmen erbracht. Es mangele an der Gleichartigkeit von Beiträgen und Erstattungen, so die Richter. Eine Verringerung des absetzbaren Kassenbeitrags sei daher nicht zulässig. Da es sich um eine grundsätzliche Frage handelt, die Millionen Deutsche betrifft, muss nun der Bundesfinanzhof entscheiden. Der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine rät Versicherten in ähnlicher Lage nun, Einspruch gegen ihren Steuerbescheid zu erheben und auf die anhängige Revision beim Bundesfinanzhof (Az.: X R 17/15) hinzuweisen.

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