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Vorzeitiger Verschleiß von Herstellern gewollt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.03.2013

Kaum ist die gesetzliche Garantiezeit abgelaufen, folgt bei vielen Geräten auf die Abnutzung der Totalschaden. Ein natürlicher Prozess? Eine neue Studie legt etwas anderes nahe: Offenbar planen die Hersteller den frühzeitigen Verschleiß, um weiter neue Produkte abzusetzen. Daraus entsteht Verbrauchen und Umwelt ein großer Schaden.

Im Auftrag der Bundesfraktion der Grünen haben Coach und Blogger Stefan Schridde und Ökonomieprofessor Christian Kreiß im Rahmen einer Studie den Verschleiß bei zahlreichen Produkten untersucht. Dabei kommen sie zu dem Ergebnis, dass eine frühzeitige Abnutzung kurz nach Ablauf der gesetzlichen Garantie oft vom Hersteller gewollt ist. "Geplanter Verschleiß ist ein Massenphänomen", lautet daher das Urteil von Schridde.

Früher Verschleiß: Unterschiedlichste Produkte betroffen

Für die beabsichtigte schnelle Abnutzung, die auch "geplante Oboleszenz" genannt wird, haben die Studienautoren zahlreiche Beispiele gefunden. Zu den entsprechenden Produkten, die oft kurz nach Ende der gesetzlichen Garantiezeit kaputtgehen, gehören unter anderem:

  • Waschmaschinen mit schnell rostenden Heizstäben
  • Kleidungsstücke mit unnötig abnutzungsanfälligen Reißverschlüssen
  • Schuhe mit kurzlebigen - aber nicht austauschbaren - Sohlen
  • Drucker, die verfrüht Wartungsbedarf melden

Großer Schaden für Verbraucher und Umwelt

Ein gängiges Merkmal der betroffenen Produkte ist zudem, dass die defekten Bestandteile nicht zugänglich sind. Somit muss beispielsweise eine elektrische Zahnbürste neu angeschafft werden, wenn ihr Akku kaputtgeht, nachdem die gesetzliche Garantiezeit abgelaufen ist - Reparatur ausgeschlossen. Die Autoren der Studie schätzen, dass der gewollte Verschleiß die deutschen Verbraucher jährlich 100 Milliarden Euro kostet. Hinzu kommen die Müllmassen, welche die frühzeitige Abnutzung verursacht. Laut der "Süddeutschen Zeitung" sieht die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen, Nicole Maisch, daher Handlungsbedarf: "Wir brauchen klare Vorgaben für die Reparierbarkeit und Austauschbarkeit von Einzelteilen."

Hersteller wehren sich gegen Behauptung

"Die Hersteller wären schlecht beraten, wenn sie so handeln würden", sagt dagegen Werner Scholz, Geschäftsführer der Hausgeräte-Fachverbände im Verband der Elektroindustrie (ZVEI), der Zeitung. Die Kunden würden dann schließlich woanders kaufen. Das setzt allerdings voraus, dass nicht alle Hersteller einen vorzeitigen Verschleiß ihrer Produkte erwirken.

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