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Gesetzliche Rente 2040: Region bestimmt Kaufkraft

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 20.11.2015

Wie hoch wird die gesetzliche Rente im Jahr 2040 sein und werden Rentner davon leben können? Diese Fragen wurden im Rahmen einer aktuellen Studie untersucht. Das Ergebnis: Die gesetzliche Rente wird steigen und das sogar stärker als die Inflation. Ob Rentnern jedoch tatsächlich mehr Geld zur Verfügung stehen wird, ist dennoch fraglich. Entscheidend ist auch die Kaufkraft der Rente.

Inwieweit die gesetzliche Rente in Zukunft zur Sicherung des Lebensunterhalts ausreicht, wird entscheidend von der jeweiligen Region abhängig sein. Zu diesem Ergebnis kommt die vom  Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) in Auftrag gegebene Studie „Rentenperspektiven 2040“ der Prognos AG. Im Rahmen dieser Studie sollte die individuelle Versorgung durch die gesetzliche Rente im Jahr 2040 berechnet werden.

Gesetzliche Rente überwiegt Inflation der nächsten 25 Jahre

Der Untersuchung zufolge werden Ruheständler in 25 Jahren im Schnitt mehr Rente erhalten als heute. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die Rentenanpassungen die Inflation mehr als ausgleichen werden. Doch auch wenn die Renten real steigen werden, werden sie nicht mit der Entwicklung der Löhne mithalten können. Daher wird das Bruttorentenniveau von aktuell gut 46 Prozent bis 2040 auf voraussichtlich 39 Prozent fallen, prognostiziert die Studie. Gemessen am vorherigen Einkommen wird die gesetzliche Rente 2040 also deutlich niedriger ausfallen als heute. Ohne zusätzliche private Vorsorge dürfte es daher für viele Rentner schwierig werden, ihren gewohnten Lebensstandard zu halten.

Niedrigere gesetzliche Rente im Osten, höhere in Wachstumsregionen

Die Regionen, in denen die gesetzliche Rente besonders hoch ausfällt, werden sich in den kommenden Jahrzehnten verschieben. Derzeit liegt die durchschnittliche gesetzliche Rente im Osten Deutschlands vor allem aufgrund der wesentlich höheren Zahl erwerbstätiger Frauen in der DDR bei 1.020 Euro, während im Westen im Schnitt nur 833 Euro gezahlt werden. 2040 werden hohe Renten der Untersuchung zufolge in erster Linie in wachstumsstarken Kreisen und den angrenzenden Landkreisen gezahlt werden. Hierzu werden voraussichtlich Teile Bayerns und Baden-Württembergs sowie die Region Hamburg zählen. In den wachstumsschwachen Regionen im Osten Deutschlands werden die Rentenansprüche hingegen deutlich geringer ausfallen.

Kaufkraft der Rente als wichtiger Faktor

Entscheidend sei allerdings nicht nur die Höhe der Rentenzahlungen, sondern auch die Kaufkraft der gesetzlichen Rente in der jeweiligen Region, betont der GDV. So sei ein Euro Rente im teuren München 23 Prozent weniger wert als im Bundesdurchschnitt. Im niedersächsischen Holzminden bekämen Rentner hingegen 16 Prozent mehr für einen Euro als der Durchschnittsrentner. Bereits heute sind die großen Metropolen wie Hamburg und München aufgrund ihrer großen Wirtschaftskraft die Städte, die die geringste Rentenkaufkraft aufweisen. Dies wird auch zukünftig so bleiben. Diese „wirtschaftlichen Kraftzentren“ werden aufgrund starker Einkommensentwicklung und niedriger Arbeitslosigkeit gute Orte sein, um hohe Rentenansprüche aufzubauen, werden aber für Rentner vergleichsweise schlechte Städte zum Leben sein.

Zukünftige Rentnerparadiese an der tschechischen Grenze

Als zukünftiges „Rentnerparadies“ wird in der Studie die Region Bayerns nahe der tschechischen Grenze identifiziert. Dieser Gegend wird zum einen ein starkes Wirtschafts- und Einkommenswachstum prognostiziert, zugleich sind die Lebenshaltungskosten dort gering. Der Untersuchung zufolge wird die Kaufkraft der Rente eines ehemaligen Elektroinstallateurs im bayerischen Hof 2040 etwa um 50 Prozent höher sein als die eines Berufskollegen im rund 300 Kilometer entfernten München.

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