Unabhängige Finanz- und Versicherungsvergleiche

GKV: Zusatzbeiträge werden wohl stark ansteigen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 20.08.2016

Für gesetzlich Versicherte werden die Zusatzbeiträge in den kommenden Jahren deutlich ansteigen. Nach Berechnungen von Experten könnten sie sich in den kommenden vier Jahren sogar verdoppeln. Die wachsende Belastung für Arbeitnehmer sollte durch Reformen im Gesundheitssystem ausgeglichen werden, wie nun mehrere Experten fordern.

Bis zum Jahr 2020 könnten die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen noch einmal deutlich ansteigen. Nachdem bereits seit einiger Zeit abzusehen ist, dass Versicherte sich auf weiter steigende Beiträge einstellen müssen, gehen aktuelle Prognosen nun von einem noch höheren Anstieg aus, als bisher angenommen wurde. Im Gesundheitssystem besteht nach Einschätzung von Experten Handlungsbedarf.

Zusatzbeiträge könnten sich bis 2020 mehr als verdoppeln

Wie „Spiegel Online“ berichtet, ist der Anstieg der Gesundheitsausgaben höher als das Wachstum der Einkommen. Das erklärt Jürgen Wasem, Professor für Medizinmanagement an der Universität Duisburg-Essen. Deshalb müssen Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit steigenden Zusatzbeiträgen rechnen, durch die diese Finanzierungslücke geschlossen werden soll. Nach Wasems Berechnungen werden die Zusatzbeiträge sich in den kommenden vier Jahren rasant nach oben entwickeln: Von aktuell 1,1 Prozent auf 2,4 Prozent im Jahr 2020 – also ein mehr als doppelt so hoher Prozentsatz wie aktuell. Ein Durchschnittsverdiener mit einem beitragspflichtigen Einkommen von 2.000 Euro muss aktuell 22,20 Euro als Zusatzbeitrag zahlen – im Jahr 2020 wären es 48,40 Euro, wenn Wasems Prognose eintritt. Bei einem monatlichen Einkommen von 4.000 Euro würden die Zusatzbeiträge dann von aktuell 44,40 Euro auf 96,80 Euro im Jahr 2020 steigen.

Experten fordern Reformen im Gesundheitssystem

Für den Kostenanstieg sind unter anderem der medizinische Fortschritt und der immer höhere Altersdurchschnitt der Bevölkerung verantwortlich. Laut „Spiegel Online“ erwartet SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach künftig einen Anstieg der Kosten im Gesundheitssystem von acht bis zehn Prozent pro Jahr allein durch die Babyboomer-Generation, die nun in ein gesundheitlich kritisches Alter kommt.

Um dieser Entwicklung zu begegnen, muss nach Ansicht vieler Experten mehr Geld ins Gesundheitssystem fließen. Das wäre zum Beispiel durch eine stärkere Beteiligung der Arbeitgeber möglich – aktuell werden die Zusatzbeiträge allein von den Arbeitnehmern gezahlt. Günter Neubauer, Direktor des Instituts für Gesundheitsökonomik in München, fordert laut „Spiegel Online“, die Bemessungsgrundlage anzuheben, bis zu der die Einkommen für die Berechnung der Beiträge herangezogen werden. Dadurch würden die Beiträge für Besserverdienende steigen. Auch das Konzept einer Bürgerversicherung, die von SPD und Grünen gefordert wird, kommt wieder verstärkt ins Gespräch.

Quelle: Spiegel Online

Aktuelle Versicherungsnews

Immobilienkauf zur Altersvorsorge beliebt
Immobilienkauf zur Altersvorsorge beliebt
Nach Ansicht zahlreicher Bundesbürger lohnt sich ein Immobilienkauf vor allem dann, wenn man damit für das Alter vorsorgen möchte. Laut einer Umfrage halten viele ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung...
Renteninformation animiert zum Sparen fürs Alter
Renteninformation animiert zum Sparen fürs Alter
Einmal im Jahr steckt sie bei einem Großteil der Bundesbürger im Briefkasten: Die Renteninformation der gesetzlichen Rentenversicherung. Meist verschwinden die Schreiben schnell in der Ablage. Doch offenbar...
Rabatt für Elektro-Autos bei der Versicherung
Rabatt für Elektro-Autos bei der Versicherung
Nach Kaufprämie und verlängerter Steuerbefreiung können Käufer von Elektro-Autos jetzt auch noch bei der Versicherung von Vergünstigungen profitieren. An mangelnder Förderung sollte der Durchbruch der...

FinanceScout24 Newsletter

Jetzt anmelden und 100 € Amazon Gutschein gewinnen