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Gold: Trotz globaler Krisen massiver Preisverfall

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 26.07.2015

Gold – von sicherheitsorientierten Anlegern als sichere Trutzburg in Zeiten von Krisen geschätzt – verliert immer mehr an Wert. Nun fiel der Goldpreis auf ein Fünf-Jahres-Tief, während sowohl in Griechenland als auch an der chinesischen Börse von Krisen gesprochen wird. Experten sehen zwei Gründe für die untypische Goldpreisentwicklung.

Für die Krisenwährung Gold ging es trotz weltweiter Krisen stetig bergab. Zu Beginn der Woche fiel der Goldpreis zwischenzeitlich auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ).

Gold als sichere Währung in Zeiten weltweiter Krisen scheint passé

Bereits seit drei Monaten kennt der Goldpreis nur eine Richtung: abwärts. Zum Wochenbeginn stürzte er innerhalb weniger Minuten um vier Prozent auf 1.088 US-Dollar je Feinunze ab. Derart niedrig notiert war Gold zum letzten Mal im März 2010. Zwar erholte sich der Preis für das Edelmetall im Laufe des Tages, grundsätzlich bewegt sich der Goldpreis derzeit jedoch angesichts der wirtschaftlichen und weltpolitischen Krisen auf einem erstaunlich niedrigen Niveau.

Gold gilt seit jeher als wertstabile Währung auch in Zeiten großer Krisen. Dementsprechend steigt der Goldpreis üblicherweise in schwierigen Zeiten – so geschehen beispielsweise während der weltweiten Finanzkrise und auch der europäischen Schuldenkrise. Doch diese eiserne Regel der Finanzmärkte scheint aktuell nicht mehr zu gelten: Angesichts der anhaltenden Griechenlandkrise und dem Absturz der chinesischen Börsen müsste der Goldpreis eigentlich steigen, anstatt zu fallen.

Chinesen fluten die Märkte mit Gold

Experten sehen zwei Gründe für den atypischen Preisverfall beim Gold: Zum einen die US-amerikanische Geldpolitik und auf der anderen Seite massive Verkäufe in China. Nachdem die chinesische Zentralbank in der vergangenen Woche Angaben zu ihren Goldreserven veröffentlicht hatte, reagierten viele Investoren mit massiven Goldverkäufen. Viele Finanzexperten waren bislang von deutlich höheren Reserven ausgegangen, laut „SZ“ gibt es sogar Hinweise darauf, dass die Volksrepublik ihren Goldbestand abbaut. Einige Händler weisen darauf hin, dass die massiven Verkäufe aus einem ganz banalen Grund stattfanden: Nach dem ersten Kursverfall könnte die Stop-Loss-Marke vieler Anleger unterschritten worden sein. Geschieht dies, wird ein automatischer Verkauf ausgelöst.

Direkter Zusammenhang zwischen Goldpreis und Dollarkurs

Von der US-Notenbank Fed erwarten viele Fachleute in naher Zukunft eine Anhebung der Leitzinsen. Eine direkte Folge daraus wäre, dass der Dollarkurs im Vergleich zum Euro steigt. Und da Gold in Dollar gehandelt wird, wird es für Anleger außerhalb des Dollarraumes durch den Kursanstieg teurer. Sinkende Nachfrage und fallende Goldpreise sind die Folgen. Zudem könnte eine Leitzinserhöhung in den USA auch eine Zinswende im Euroraum nach sich ziehen. Sollten Anleger wieder höhere Renditen mit festverzinslichen Anlagen wie Festgeld oder Sparbriefen erzielen können, dürfte Gold als Krisenwährung noch uninteressanter werden.

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