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Große Preisunterschiede bei den Müllgebühren

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.06.2016

Die Höhe der Müllgebühren in Deutschland variiert laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) stark. Der Eigentümerverband Haus & Grund und der Mieterbund kritisieren die Preisunterschiede und mahnen die Städte zu mehr Wirtschaftlichkeit.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hat die Müllgebühren in hundert deutschen Städten verglichen und dabei deutliche Preisunterschiede festgestellt. Da die Kosten für die Müllentsorgung auf die Mieter umgelegt oder von den Eigentümern getragen werden, macht sich dieser Umstand bei allen Einwohnern bemerkbar.

Höchste Müllgebühren in Leverkusen, niedrigste in Flensburg

Das IW führte die Studie im Auftrag des Eigentümerverbands Haus & Grund durch und stellte einen Preisunterschied von 600 Euro im Jahr zwischen der günstigsten und der teuersten Stadt fest. Die Experten ermittelten für ihren Vergleich die Jahresgebühr eines Vier-Personen-Haushalts für Restmüll- und Biotonnen. Dabei berechneten sie einen Index, da sich zum Beispiel die Größe der Tonnen von Stadt zu Stadt unterscheidet und die konkreten Preise für einen Vergleich deshalb nicht zu gebrauchen sind.

Die höchsten Müllgebühren finden sich in Leverkusen, wo die Kosten für einen wöchentlichen Vollservice bei umgerechnet 908,85 Euro pro Haushalt liegen. Auch in Moers, Karlsruhe und Bergisch Gladbach müssen Einwohner vergleichsweise viel für die Müllentsorgung zahlen. Günstig ist die Müllabfuhr dagegen in Flensburg: Die statistische Hochrechnung für denselben Service liegt bei 147,27 Euro im Jahr. Auch in Chemnitz, Nürnberg, Magdeburg und Solingen sind die Müllgebühren niedrig.

Preisunterschiede in der Kritik

Haus & Grund fordert die Städte auf, für geringere Müllgebühren zu sorgen. „Zwischen der günstigsten und teuersten Stadt liegen 600 Euro im Jahr. „Dafür gibt es Gründe, die die Kommunen jetzt dringend analysieren müssen“, erklärt Präsident Kai Warnecke. „Die Müllabfuhr muss nicht teuer sein. Das beweisen die Top-Städte unseres aktuellen Müllgebührenrankings.“ Verbandssprecher Ulrich vom Deutschen Mieterbund äußerte sich gegenüber der „Welt“ ebenfalls kritisch über die Preisunterschiede: „Es kann nicht sein, dass für ein und dieselbe Dienstleistung derart unterschiedliche Gebühren aufgerufen werden. Da können schon Zweifel entstehen, ob die Kommunen hier das Gebot der Wirtschaftlichkeit einhalten.“

Quelle: Welt, Haus & Grund

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