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Grüne kritisieren Gesundheits-Apps für die GKV

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.08.2016

Unter Umständen könnten Versicherte in der Techniker Krankenkasse (TK) für die Nutzung von Fitness-Trackern und den zugehörigen Gesundheits-Apps durch das Bonusprogramm belohnt werden. Die Grünen kritisieren solche Pläne allerdings und sehen dadurch das Solidarprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Gefahr.

Die Techniker Krankenkasse (TK) zieht die Nutzung von Gesundheits-Apps für ihr freiwilliges Bonusprogramm in Erwägung, wie „Spiegel Online“ berichtet. Nutzer von Fitness-Trackern könnten so Vorteile erhalten.

TK möchte Nutzung von Gesundheits-Apps honorieren

Versicherte, die Fitness-Tracker und zugehörige Gesundheits-Apps nutzen, könnten laut TK-Chef Dr. Jens Baas bald über das Bonusprogramm von Vorteilen profitieren. „Spiegel Online“ zufolge kann sich Baas gut vorstellen, die Wearables in das Programm aufzunehmen. Allerdings werde die Teilnahme freiwillig sein und der Plan habe nichts mit Risikobewertung zu tun. Ein Drittel der Nutzer von Fitness-Trackern wäre laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom dazu bereit, die eigenen Gesundheitsdaten an die Krankenkasse weiterzugeben, sofern dadurch Vorteile entstehen. Ähnlich viele Befragte sehen aber dabei den Datenschutz als Problem an. Die TK ist mit ihren Überlegungen nicht allein: Bei der Generali-Versicherungsgruppe belohnt das Programm „Vitality“ Versicherte, die gesund leben und Daten darüber an den Versicherer übermitteln.

Grüne: Bonusprogramm sorgt für Beitragsermäßigungen durch die Hintertür

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Maria Klein-Schmeink, kritisiert solche Überlegungen allerdings: „Beitragsermäßigungen durch die Hintertür für junge und fitte zulasten älterer oder chronisch kranker Versicherter sind zutiefst unsolidarisch.“ In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind die Krankenkassen über das Solidarprinzip dazu verpflichtet, ihre Versicherten nicht zu bewerten, sondern alle aufzunehmen. Die Kosten werden von allen Versicherten gemeinsam getragen. Anders verhält sich dies in der privaten Krankenversicherung (PKV), in der die Beiträge sich auch nach dem Gesundheitszustand richten. Die Bedenken der Grünen zu den Plänen teilt TK-Chef Baas nicht. Seiner Auffassung nach würden die Prämien für die Nutzung von Gesundheits-Apps im Bonusprogramm nichts am Solidargedanken ändern. „Eine Solidargemeinschaft kann nur funktionieren, wenn es in ihr auch genügend gesunde Menschen gibt. Deshalb ist es uns wichtig, uns nicht nur für die medizinische Versorgung Kranker einzusetzen, sondern auch zu honorieren, wenn sich Versicherte um ihre Gesundheit kümmern“, sagt er laut „Spiegel Online“.

Quelle: Spiegel Online

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