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2016: Steuerersparnis durch höheren Grundfreibetrag

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.12.2015

Durch den erhöhten Grundfreibetrag können Arbeitnehmer sich im kommenden Jahr über eine Steuerersparnis und dementsprechend über einen höheren Nettolohn freuen. Auch der Kinderfreibetrag wird erhöht. Außerdem wird der Einkommensteuertarif an die Preissteigerungen angepasst. Besserverdiener werden allerdings bei der Sozialversicherung stärker belastet.

Wie das „Handelsblatt“ berichtet, steigt der Grundfreibetrag für die Einkommenssteuer 2016 um 180 Euro. Das bedeutet für alle Arbeitnehmer eine Steuerersparnis und so ein Plus bei ihrem Nettolohn.

Grundfreibetrag künftig bei 8.652 Euro

Für das Jahr 2015 waren 8.472 Euro des Einkommens steuerfrei, im kommenden Jahr wird dieser Freibetrag auf 8.652 Euro angehoben. Dadurch ist für Arbeitnehmer eine Steuerersparnis von rund 100 Euro für das gesamte Jahr möglich. Ein Alleinstehender mit einem Bruttojahresgehalt von 30.000 Euro wird sich nach Berechnungen des Magazins „Finanztest“ beispielsweise insgesamt 68 Euro mehr Nettolohn auf sein Girokonto verzeichnen können, bei einem Gehalt von 70.000 Euro beträgt die Ersparnis 133 Euro. Für Ehepaare und gesetzliche Lebenspartner liegt der Grundfreibetrag 2016 bei 17.304 Euro. Nicht-Arbeitnehmer müssen künftig erst ab Einkünften über dem neuen Grundfreibetrag von 8.652 Euro eine Steuererklärung abgeben.

Familien profitieren zusätzlich durch die Erhöhung des Kinderfreibetrags um 48 Euro pro Kind und Elternteil. Außerdem steigt das Kindergeld um zwei Euro pro Monat. Laut Bundesregierung wird durch diese Änderungen die gesamte Steuerersparnis der Bundesbürger bei über fünf Milliarden Euro liegen.

Weitere Steuerersparnis durch Anpassungen des Einkommenssteuertarifs

Zudem wird der Einkommensteuertarif an die Preissteigerungsrate angepasst, um der kalten Progression entgegenzuwirken. Diese tritt ein, wenn die Lohnsteuer durch steigende Löhne immer höher wird, und gleichzeitig auch die Preise steigen, was faktisch einer Steuererhöhung gleichkommt. Die letzte grundlegende Anpassung der Steuersätze erfolgte 2010. Für das kommende Jahr steigt auch die Einkommensgrenze, ab der der Spitzensteuersatz von 42 Prozent zu zahlen ist: Er wird 2016 erst ab einem Einkommen von 53.666 Euro fällig, nachdem die Grenze bisher bei 52.882 Euro lag. Der Steuersatz von 45 Prozent für Reiche wird 2016 erst ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 254.447 Euro fällig, 2015 galt er bereits ab 250.731 Euro.

Besserverdiener werden an anderer Stelle aber stärker belastet: Die Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherung steigen zum Beispiel bei der Arbeitslosen- und Rentenversicherung in von 72.600 auf 74.400 Euro (West) beziehungsweise von 62.400 auf 64.800 Euro (Ost) und bei der Kranken- und Pflegeversicherung einheitlich von 49.500 Euro auf 50.850 Euro. Das bedeutet, dass Gehälter nun bis zu einem höheren Betrag für die Sozialversicherungsbeiträge herangezogen werden.

So hoch fällt die Steuerersparnis 2016 aus

EinkommenEinkommensteuer 2016
(ohne Solidaritätszuschlag)
Einkommensteuer 2015
(ohne Solidaritätszuschlag)
Steuerersparnis
10.000 Euro 206 Euro 237 Euro 31 Euro
20.000 Euro 2.560 Euro 2.611 Euro 51 Euro
30.000 Euro 5.468 Euro 5.536 Euro 68 Euro
40.000 Euro 8.826 Euro 8.918 Euro 92 Euro
50.000 Euro 12.636 Euro 12.757 Euro 121 Euro
60.000 Euro 16.805 Euro 16.938 Euro 133 Euro
70.000 Euro 21.005 Euro 21.138 Euro 133 Euro

Quelle: www.bmf-steuerrechner.de/ekst

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