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Gute Konjunktur verringert Privatinsolvenzen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.12.2015

Privatinsolvenzen kamen in Deutschland 2015 so selten vor wie seit zehn Jahren nicht: Ihre Anzahl ist im Vergleich zum Vorjahr um mehr als acht Prozent zurückgegangen. Als Grund ist die gute Konjunktur anzusehen, die auch bei Unternehmen zu einem Rückgang von Insolvenzen geführt hat.

Wie der „Spiegel“ berichtet, haben die Privatinsolvenzen in Deutschland ein Zehnjahrestief erreicht: Zuletzt waren 2005 so wenige Verbraucher gezwungen, Insolvenz anzumelden. Bei den Unternehmensinsolvenzen sank die Zahl sogar auf den niedrigsten Wert seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999. In beiden Bereichen ist die gute Konjunktur ein maßgeblicher Faktor für die positive Entwicklung.

Privatinsolvenzen gehen zurück

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform hat ermittelt, dass 2015 rund 79.000 Privatpersonen Insolvenz angemeldet haben, das entspricht einem Rückgang von 8,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zum Vergleich: Während der Finanzkrise lagen die Zahlen häufig bei mehr als 100.000 Insolvenzen pro Jahr.

Die gute Konjunktur ist Hauptursache für den Rückgang: Eine stabile Beschäftigungslage und eine positive Einkommensentwicklung sorgen für sichere finanzielle Verhältnisse bei den Verbrauchern. Auch das niedrige Zinsniveau dürfte dazu beitragen, dass Verbraucher aufgenommene Kredite gut bedienen können. Einen Zuwachs an Insolvenzen gibt es allerdings bei jüngeren Menschen unter 30 Jahren: 2015 gingen in dieser Altersgruppe 0,8 Prozent mehr Menschen pleite als im vergangenen Jahr.

Konjunktur sorgt auch für Rückgang bei Unternehmensinsolvenzen

2015 waren 23.230 Unternehmen gezwungen, Insolvenz anzumelden. Auch hier ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang zu verzeichnen, der mit 3,3 Prozent allerdings geringer ausfällt als bei den Privatinsolvenzen. Dennoch ist der Wert der niedrigste seit dem Jahr 1999. Lediglich im verarbeitenden Gewerbe und in der Baubranche kommt es zu einem leichten Anstieg.

Von Insolvenzen waren 2015 vor allem kleinere und jüngere Unternehmen kurz nach der Gründung betroffen. Infolgedessen sind deutlich weniger Arbeitsplätze durch Insolvenzen weggefallen als im Vorjahr und die Schäden für die Insolvenzgläubiger sind insgesamt gesunken.

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