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Haus im Grünen wird zum finanziellen Risiko

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 03.04.2015

Viele junge Familien entscheiden sich für ein Einfamilienhaus im Grünen. Doch gemessen an den Erfahrungen vorangegangener Generationen, die sich ihren Traum vom Eigenheim auf dem Land erfüllt haben, könnte dies immer mehr zum finanziellen Risiko werden: Der Wertverlust in typischen Einzelhaus-Wohnsiedlungen nimmt stetig zu.

Sind erst mal Kinder da, wird die Stadtwohnung für viele Familien zu eng – es wird der Wunsch nach etwas Eigenem laut. Einem Bericht von „Die Welt“ zufolge entscheiden sich in dieser Situation noch immer viele Familien für die Baufinanzierung eines Einfamilienhauses in einer Wohnsiedlung in der Vorstadt. Schrumpfende und alternde Bevölkerung lässt Nachfrage nach Eigenheim im Grünen sinken Reiner Nagel von der Bundesstiftung Baukultur warnt im „Welt“-Interview jedoch vor genau dieser Wohnform. Die Nachfrage nach solchen Immobilien außerhalb der Zentren könnte auf lange Sicht gesehen immer weiter abnehmen.

Entscheidender Grund für diese Tendenz ist die Entwicklung der Einwohnerzahlen in Deutschland: „Die Zahl der Bundesbürger wird voraussichtlich von heute 82 auf 56 Millionen Einwohner im Jahr 2050 schrumpfen, wenn der Prozess nicht durch Zuwanderung gebremst wird.“ Eine alternde und schrumpfende Bevölkerung bringe mit sich, dass auch die Nachfrage nach dem Einfamilienhaus fern ab von Stadtzentren immer geringer wird.

Einfamilienhaus in strukturschwachen Wohnsiedlungen erfährt Wertverlust

Schon jetzt erfahren Eigenheime in Wohnsiedlungen einen erheblichen Wertverlust, wenn es um den Wiederverkauf geht. Dies liege vor allem daran, dass sich die Immobilien häufig in strukturschwachen Gegenden befinden. So fehlen zentrale Versorgungsangebote im unmittelbaren Umfeld. Auch der öffentliche Nahverkehr spielt eine Rolle. Einfamilienhausbesitzer, die ihre Häuser zum aktuellen Zeitpunkt wieder verkaufen möchten, weil etwa die Kinder aus dem Haus sind und die Wohnfläche altersbedingt plötzlich zu groß wird, hoffen meist vergebens auf einen lukrativen Wiederverkauf.

Viele, die auf den Werterhalt ihrer Immobilie gehofft haben, erfahren alles andere als einen gewinnbringenden Wiederverkauf erfahren. Dieser sei stattdessen häufig mit langwierigen Verhandlungen und hohen Abschlägen verbunden. Auch eine Studie der Wüstenrot-Stiftung zeigt die negativen Entwicklungen in strukturschwachen ländlichen Wohnsiedlungen auf: Das klassische Einfamilienhaus im Grünen ist am Markt kaum noch gefragt.

Vorhandene Wohnfläche nutzen – oder: Es muss nicht immer alles neu sein

Dabei muss es nicht immer ein komplett neues Haus in einem Neubaugebiet sein: Vorhandene Häuser zu sanieren oder nach eigenen Wünschen umzubauen, kann eine attraktive Alternative zum Neubau sein. Außerdem könnte so der „Verwahrlosung“ von verlassenen Wohnsiedlungen entgegengewirkt werden. Nagel befürchtet, dass sich betreffende Siedlungen durch zunehmenden Leerstand und den Preisverfall für Wohnraum zu sozialen Brennpunkten entwickeln könnten, wenn vorhandener Wohnraum ungenutzt bleibt und stattdessen immer mehr Neubaugebiete erschlossen und neue Häuser hochgezogen werden.

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