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Heftige Grundsteuererhöhung in Nordrhein-Westfalen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 08.01.2016

Die Grundsteuer B soll 2016 vielerorts erhöht werden, um Geld in die leeren Kassen der betreffenden Kommunen zu spülen. Besonders häufig trifft die Grundsteuererhöhung die Menschen in Nordrhein-Westfalen. Hier fällt der Anstieg der Hebesätze nicht selten extrem aus. Der Bund der Steuerzahler rät Betroffenen, sich dagegen zur Wehr zu setzen.

Viele Kommunen hatten bereits im vergangenen Jahr eine Grundsteuererhöhung für 2016 angekündigt. Betroffen ist die Grundsteuer B, die auf Grundstücks- und Gebäudebesitz anfällt. Besonders hart trifft die Grundsteuererhöhung das bevölkerungsstärkste Bundesland Nordrhein-Westfalen. Insbesondere in Südwestfalen müssen die Einwohner wohl bald „erhebliche Sprünge“ bei der Grundsteuer B hinnehmen, wie die „WAZ“ berichtet.

Erhöhung der Grundsteuer B um mehr als 60 Prozent in Lüdenscheid

Laut der Tageszeitung hat beispielsweise die Stadt Lüdenscheid die Grundsteuer B um mehr als 60 Prozent erhöht – von 470 auf 755 Prozentpunkte. Doch auch viele kleinere Gemeinden in Nordrhein-Westfalen füllen die klammen kommunalen Kassen über eine Grundsteuererhöhung. So müssen zum Beispiel Haus- und Grundbesitzer in der südwestfälischen Kleinstadt Altena einen Grundsteuer-Hebesatz von 910 Prozentpunkten hinnehmen.

Zum Vergleich: In Hamburg liegt der Hebesatz bei 540, in München bei 535 Prozentpunkten. In Bochum soll der Hebesatz laut „Stern“ in Zukunft bei 800 Prozent liegen – damit wird die Ruhrgebietsmetropole neben Duisburg und Berlin zu den deutschen Großstädten mit der höchsten Grundsteuer B zählen. Einer Untersuchung der Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge haben seit 2010 rund 90 Prozent der Kommunen die Grundsteuer B mindestens einmal erhöht.

Bund der Steuerzahler rät zu Protest gegen sprunghafte Grundsteuererhöhung

Der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen sieht die Grenzen des Zumutbaren bereits seit geraumer Zeit als erreicht. „Wir raten den Betroffenen sich gegen die Erhöhung zu wehren und Einwände gegen die Haushaltsbeschlüsse oder die entsprechenden Satzungen zu schreiben“, sagte Markus Berkenkopf, Wirtschaftsjurist beim Bund der Steuerzahler in Düsseldorf, der „WAZ“.

Dass ein Protest der Bevölkerung durchaus Auswirkungen auf die Politik haben kann, zeigt das Beispiel der oberbergischen Stadt Bergneustadt. Dort regte sich nach der Diskussion einer Grundsteuererhöhung auf 1.465 Prozentpunkte ein massiver Widerstand der Bürger. Dieser führte dazu, dass es die Kommune bei einer Erhöhung der Grundsteuer B auf 959 Prozentpunkte beließ.

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