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Immer mehr arbeitende Rentner in Deutschland

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 18.07.2016

Während im Jahr 2000 etwa 350.000 Menschen zwischen dem 65. und dem 70. Lebensjahr noch einer Erwerbstätigkeit nachgingen, waren es 2015 bereits 665.000 – das entspricht einem bundesweiten Anstieg um beinahe 100 Prozent. In Westdeutschland gibt es insgesamt mehr erwerbstätige Rentner – doch der Osten holt stark auf.

Mit 65 Jahren in die wohlverdiente Altersruhe? Das ist für immer weniger deutsche Rentner Realität, wie jetzt die neuesten Statistiken der Bundesagentur für Arbeit zeigen. Landesweit gingen 2015 etwa 665.000 der rund vier Millionen 65- bis 70-Jährigen einer Erwerbstätigkeit nach. Das kommt im Vergleich zu den Zahlen von vor 15 Jahren einer Verdopplung dieser Beschäftigungsgruppe gleich: Waren es zur Jahrtausendwende noch acht Prozent hatten 2015 satte 16,6 Prozent in dieser Altersgruppe einen Job.

Erwerbstätigkeit im Rentenalter stark regional bedingt

Wirft man einen Blick auf Erwerbstätigenquote sortiert nach Bundesländern, ist ein deutliches Ost-West-Gefälle zu erkennen. Während etwa in Baden-Württemberg mit 19,4 Prozent nahezu jeder fünfte 65- bis 70-Jährige im Jahr 2015 noch einer Arbeit nachging, waren es in Brandenburg und Sachsen-Anhalt nur um die zwölf Prozent. Der Zuwachs an arbeitenden Rentnern fiel in den neuen Bundesländern allerdings in den letzten Jahren allerdings deutlich kräftiger aus: In den Jahren zwischen 2010 und 2015 hat dort der Anteil der Rentner mit Altersjob um zwei Drittel zugenommen, in Westdeutschland ist er im gleichen Zeitraum nur um gut 40 Prozent gestiegen.

Betrachtet man diese Zahlen der Bundesagentur für Arbeit auf Kreisebene, ergibt sich ein noch differenzierteres Bild: So arbeitet in Vechta, einer kreisfreien Stadt in Niedersachsen, noch beinahe ein Drittel der 65- bis 70-Jährigen während der Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt mit einer Beschäftigungsquote von 8,3 Prozent Schlusslicht dieser Statistik ist.

Anteil der Erwerbstätigen unter den 65- bis 70-Jährigen nach Bundesländern*

Land-/ Stadtkreis 2015 2010 2005 2000 Relativer Anstieg
2000 bis 2015
Baden-Württemberg 19,4% 13,4% 11,3% 10,6% +83,2%
Hamburg 19,0% 13,9% 11,0% 10,2% + 85,4%
Bremen 18,6% 13,6% 11,1% 9,5% + 96,4%
Bayern 17,8% 13,0% 10,6% 10,0% +78,7%
Rheinland-Pfalz 17,3% 12,6% 10,0% 8,5% +104,0%
Saarland 17,1% 11,7% 9,0% 7,5% +128,7%
Niedersachsen 17,0% 11,7% 9,3% 8,4% +102,3%
Nordrhein-Westfalen 16,8% 12,4% 9,9% 8,4% +100,3%
Hessen 16,4% 11,5% 9,1% 8,7% +89,0%
Schleswig-Holstein 16,0% 11,3% 9,1% 8,6% +86,9%
 Sachsen 14,2%  8,4% 6,2% 5,3% +168,9%
Mecklenburg-Vorpommern 13,5% 7,9% 5,5% 5,0% +167,6%
Thüringen 13,4% 8,2% 6,1% 5,6% +141,1%
Berlin 12,8% 7,9% 5,7% 5,9% +115,6%
Brandenburg 12,5% 7,6% 5,3% 5,0% +148,2%
Sachsen-Anhalt 11,7% 7,1% 4,9% 4,5% +159,7%
Bundesdurchschnitt 16,6% 11,4% 9,1% 8,0% +108,3%
Ostdeutschland im Schnitt (inkl. Berlin) 13,1% 7,9% 5,6% 5,2 +149,8%
Westdeutschland im Schnitt 17,5% 12,5% 10,1% 9,1% +91,9%

*Absteigend geordnet nach der Beschäftigungsquote 2015
Quelle: Initiative „7 Jahre länger“, Bundesagentur für Arbeit (06/2015), Statistisches Bundesamt (12/2014)

Wo es viel Arbeit gibt, gibt es auch viele arbeitende Rentner

Die regionalen Unterschiede sind größtenteils auf die Wirtschaftskraft der jeweiligen Regionen zurückzuführen. Denn generell existieren in starken Regionen mehr geeignete Arbeitsplätze für Menschen im Rentenalter. Darüber hinaus handelt es sich bei den arbeitenden Rentnern meist um Personen, die bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze einer regulären Erwerbstätigkeit nachgingen. Dies ist in strukturschwachen Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit deutlich seltener der Fall als in wirtschaftsstarken Landkreisen und Städten. Schließlich kommt noch hinzu, dass in diesen Gegenden die Lebenshaltungskosten häufig höher sind. Daher dürften ein paar Euro mehr auf dem Girokonto durch die Altersarbeit durchaus eine Motivation zusätzliche Motivation für die Altersarbeit sein.

Viele Rentner wollen sich nicht zur Ruhe setzen

Allerdings ist Geld häufig nicht der Grund, warum immer mehr ältere Menschen einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Viele Deutsche im Rentenalter arbeiten nicht, weil die Leistungen aus gesetzlicher Rente und privater Vorsorge nicht ausreichen. Diverse Studien des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zeigen, dass oft vielmehr die sozialen Kontakte und der Spaß an der Arbeit Vordergrund stehen.

Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft

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